Ausstellung in Leipzig

Comic-Mosaik: Bunte Abenteuer mit den Digedags

Dig, Dag, Digedag

Das erste Heft ist heute ein wertvolles Sammlerstück (Bild: Tessloff-Verlag, Nürnberg)

Das zeitgeschichtliche Forum in Leipzig bietet seinen Besuchern mit zwei Wechselausstellungen seit einigen Wochen ein farbenfrohes Bild der DDR-Geschichte zwischen grau und kunterbunt.

Kunterbunte Kobolde

Kunterbunt sind die drei Kobolde Dig, Dag und Digedag aus den Mosaik-Heften, die 20 Jahre lang von den Fans heiß geliebt und an den Kiosks ständig vergriffen waren.

Mit ihnen konnten Kinder und Jugendliche ganz unpolitisch zwischen fantastischen Welten in Raum und Zeit reisen. Der Orient, das alte Rom und der Weltraum – nichts war für die Kobolde unerreichbar.

Ihr Schöpfer Hans Hegen hat zahlreiche seiner Erinnerungsstücke an das Museum übergeben. Darunter frühe Entwürfe, Raritäten wie die ersten Hefte und auch Dokumente über die Entwicklung der Digedags sowie ihr Ende im Juni 1975.

Alte und neue Freunde

Das plötzliche Aus für die beliebten Mosaik-Comics war für viele Fans ein Schock. Einige von ihnen kommen nun nach Leipzig, um mehr darüber zu erfahren und sich noch einmal in die eigenen Traumwelten der Kindheit entführen zu lassen.

Doch die Ausstellung ist nicht nur für Nostalgiker sehenswert, jeder kann hier etwas über Politik, Zensur und Kunst in der DDR erfahren. Besonders Kinder erfreuen sich noch heute an den fantasievollen Abenteuern, die sie bei der interaktiven Ausstellung und durch ein Rätsel erleben können.

Traum und Tristesse

Auf dem Weg in die farbenfrohe Welt von Dig, Dag und Digedag durchschreiten die Besucher des Museums eine andere Seite der DDR, die seiner Zeit vergleichsweise grau war – die Plattenbauten.

Unter dem Titel „Traum und Tristesse. Vom Leben in der Platte“ zeigen die Fotos von dem Fotografen Harald Kirschner beispielhaft an Leipzig-Grünau wie sich das Leben in den Neubausiedlungen zwischen Aufbruchstimmung, Baumaschinen und Schlammlawinen gestaltete.

Sie zeigen die Euphorie der Anfangszeit, Versuche der Individualisierung und Abenteuerspielplätze auf Baustellen. Es wird eine Welt zwischen der anfänglichen Euphorie über die sonst so knappen Wohnungen und dem oft grauen Alltag auf rund 70 Schwarz-Weiß-Fotos abgebildet.

Das zeitgeschichtliche Forum zeigt dieses komplementäre Bild von der DDR noch bis zum 13.05.2012, dann endet die Comic-Ausstellung. Die Fotos von Harald Kirschner werden dort noch bis zum 24.06.2012 ausgestellt.

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