Katastrophen der Seefahrt

Wenn das Meer zum Grab wird – Der grausige Tod in den Fluten

Wenn ein Stern versinkt

Tek Sing – Wahrer Stern – lautete der Name des Schiffes, dass am 14. Januar des Jahres 1822 im Hafen von Amoy, dem heutigen Xiamen in China, die Anker lichtete.

Die prächtige Dschunke maß etwa 55 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite.

Ihre typischen Segel, heutigen Jalousien nicht unähnlich, waren an drei großen Masten angebracht.

Zur 200-köpfigen Besatzung gesellten sich ungefähr 1.600 Passagiere. Der größte Teil von ihnen waren Auswanderer der untersten sozialen Schichten.

Viele waren auf der Suche nach Arbeit und einem Neuanfang. Auf Deck fanden sie gerade einmal den Platz, um ihre Matte auszurollen.

Denn die Kabinen waren den wenigen gut betuchten Reisenden vorbehalten und unter Deck stapelte sich eine äußerst kostbare Fracht. Hunderttausende Stücke chinesischen Porzellans sollte in der holländischen Kolonialstadt Batavia, heute bekannt als die indonesische Hauptstadt Jakarta, Käufer finden. Dazwischen stapelten sich Kisten mit Tee, Gewürzen, Arzneimittel, Seide, ja sogar Möbel waren an Bord.

Nach 3 Wochen Fahrt wurde die Lage für die Passagiere aber immer prekärer. Sturm und Regen setzten ihnen zu und die Nahrungsmittel wurden knapp, denn die Auswanderer waren Selbstversorger.

Ob sich der Kapitän mit einem Zeitgewinn einer möglichen Eskalation entgegenwirken oder einem Piratenangriff vorbeugen wollte, kann heute nicht mehr gesagt werden. Sicher ist nur, dass er die damals übliche Route verließ und die Gaspar Straße ansteuerte.

Hier wird dem stolzen Schiff ein Riff zum Verhängnis. Der Todeskampf der Dschunke ist kurz aber heftig. In kurzer Zeit, so gaben Überlebende wieder riss sie ihre Fracht und einen großen Teil der Menschen mit sich in die Tiefe.

Wer überlebte, so die Augenzeugen weiter, klammerte sich an Treibgut. Ein kleineres Begleitschiff rettete lediglich 18 Menschen auf. Erst 2 Tage später taucht die Indiana, der Segler Kapitän Pearls im Unglücksgebiet auf. Unter Einsatz ihres Lebens, so wird geschildert, retten sie etwa 190 Menschen.

Mit etwa 1.600 Opfern zählt der Untergang der Tek Sing zu einem der drei größten Schiffsunglücke, die nicht durch kriegerische Auseinandersetzungen verursacht wurden.

Auf Crashkurs

Das Südchinesische Meer und seine angrenzenden Gebiete waren auch Schauplatz der bis heute schlimmsten zivilen Katastrophe der Seefahrt.

Diese liegt gerade einmal 15 Jahre zurück und ereignete sich kurz vor Weihnachten 1987.

Die philippinische Fähre Doña Paz war auf dem Weg nach Manila, als der Zusammenstoß mit einem Öltanker ihrer Fahrt ein jähes Ende setzte.

Eine heftige Explosion erschütterte das Schiff und setzte es in Brand.

Das komplette Ausmaß der Tragödie wird erst bei einer offiziellen Untersuchung deutlich. Funk gab es auf der Fähre nicht und die Rettungswesten Untersuchung waren unter Verschluss.

Doch diese hätten den Menschen an Bord höchstwahrscheinlich wenig genutzt. So berichteten Rettungskräfte, dass sie unter brennenden Ölteppichen hindurchtauchen mussten, um an die Überlebenden zu gelangen.

Außerdem wimmelt es im Unglücksgebiet nur so von Haien. Dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass ein Rettungshubschrauber der US-Air-Force 17 Stunden später außer einem Ölteppich nichts mehr von der Katastrophe erkennen konnte.

Obwohl das Schiff nur für etwa 1.500 Menschen zugelassen war und die offiziellen Listen lediglich 1.493 Passagiere registrierten, gehen Augenzeugen von wesentlich mehr aus. So sollen sich tatsächlich etwa 4.500 Menschen an Bord befunden haben. Von ihnen überlebten lediglich 26 Menschen die schlimmste Katastrophe der zivilen Seefahrt.

Aus den Minen Südamerikas auf den Grund der Karibik

Wie viele Seemänner beim folgenden Unglück ihr Leben ließen, ist heute nicht mehr genau zu sagen. Doch was die Schiffe der Spanischen Silberflotte im Jahre 1622 mit sich auf den Meeresgrund zogen, gilt als einer der größten Schätze, die bisher der See wieder entrissen wurden.

Es waren 28 Schiffe, die am 4. September 1622 von Kuba aus in See stachen. Vor allem die beiden größten Galeonen, die Santa Margarita und die Nuestra Senora de Atocha waren beladen mit märchenhaften Schätzen.

Wie schon viele Silberflotten vor und auch nach ihnen sollten sie die Reichtümer der neuen Welt und die Handelswaren aus Asien nach Spanien bringen. Letztere wurden dafür mit Lasttieren extra quer durch Mexiko transportiert.

Die nagelneue und schwer bewaffnete Atocha bildete die Nachhut, als sie von einem Sturm überrascht wurde.

Über Nacht versank sie mit Mann, Maus und Schätzen. Dasselbe Schicksal ereilte noch 6 weitere Schiffe der Flotte.

Wiederentdeckt im Jahre 1985 von Mel Fischer einen Abenteuer und professionellen Schatzjäger. Nach eigenen Aussagen wurden Gegenstände im Wert von 400 Millionen US-Dollar geborgen.

Doch hartnäckig halten sich Gerüchte, dass der eigentliche Schatz noch immer auf seine Entdeckung wartet.

So wird vermutet, dass zu den registrierten Waren an Bord auch private Besitztümer der teilweise sehr hochgestellten Reisenden hinzugerechnet werden müssen.

So warten angeblich noch Kirchengold und 30 Kilogramm ungeschliffener Smaragde aus den Minen Kolumbiens auf ihre Entdeckung. Allein deren Wert soll heute jenseits einer Milliarde US-Dollar betragen.

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