Bei Facebook das Gesicht wahren

Datenschutz: Die Deutschen manchen’s gründlich

Junge Frau erstaunt vor dem Laptop

Leichtsinniger Umgang mit sensiblen Daten kann zu bösen Überraschunge führen (Bild: aboutpixel.de / Benjamin Thorn)

Deutsche Gründlichkeit beim Datenschutz

Die Deutschen sind besonders gründlich, das ist auf der ganzen Welt hinlänglich bekannt. Nun hat sich dieses Klischee im Kreis der Facebooker bestätigt. Sie geben in dem sozialen Netzwerk vergleichsweise wenig persönliche Daten preis und achten auch darauf ihr Profil frei von Spam zu halten.

So veröffentlichen einer aktuellen Studie zufolge nur 1,4 Prozent der deutschen Facebook-Nutzer ihre Adressen. In Großbritannien liegt dieser Wert bei 9,6 Prozent, in Italien bei 8,3 und in Frankreich bei 7,5 Prozent.

Vorsicht mit sensiblen Informationen

Obwohl die deutschen User grundsätzlich vorsichtiger mit ihren persönlichen Daten bei Facebook umgehen, sind sie besonders mit sensiblen Informationen offener als User aus anderen europäischen Ländern. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) gibt beispielsweise Namen von Familienmitgliedern preis.

Nur Nutzer aus Großbritannien (66 Prozent) und Italien (68 Prozent) sind hierbei noch offener. Spanier (42 Prozent), Schweizer (40 Prozent), Franzosen (37 Prozent) und Russen (31 Prozent) zeigen sich zurückhaltender.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von secure.me, einem Anbieter für Sicherheit bei sozialen Netzwerken und Apps, die das Nutzungsverhalten von Usern aus elf europäischen Ländern untersuchte.

Daten

Mit den richtigen Einstellungen sind private Daten sicher. (Bild. aboutpixel.de / Ronald Leine)

Keine Chance für Identitätsdiebe

Mario Grobholz, Gründer und Geschäftsführer von secure.me zeigt sich erfreut über der Tendenz zu mehr Datenschutz bei den Nutzern: „Es ist positiv zu beobachten, dass zunehmend mehr Menschen auf die eigenen persönlichen Daten im Internet achten“.

Dennoch sind viele von ihnen dahin gehend noch immer zu nachlässig, besonders wenn es um die Daten von Familienmitgliedern geht. „Kriminelle verwenden solche Daten zum Identitätsdiebstahl – allein schon bei der Wiederherstellung von Passwörtern können solche Informationen missbraucht werden“, so Grobholz.

Dadurch könnten Facebook-Nutzer nicht nur die eigene Sicherheit gefährden, sondern auch die ihrer Familienmitglieder. Schließlich steht Facebook immer wieder wegen der Datenschutzpolitik des Unternehmens in der Kritik. Nutzer sollten nicht nur darauf Achten, was sie preisgeben, sondern auch welche Rechte sie an ihren persönlichen Daten freigeben.

Privatsphäre richtig einstellen

In den Privatsphäre-Einstellungen können ungewollte Funktionen ausgestellt werden. Wer beispielsweise nicht anhand seiner E-Mail-Adresse von anderen Nutzern gefunden werden will, kann das bei „Funktionsweise von Verbindungen“ ändern.

Auch die Gesichtserkennung ist ein viel diskutiertes Thema. Wenn jemand ein Foto hochlädt, werden standardmäßig Vorschläge für Verlinkungen eingeblendet. Wer bei Facebook nicht sein Gesicht verlieren möchte, sollte die Erkennungssoftware unter „Profil und Markieren“ ausschalten.

Es ist empfehlenswert die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen, denn Facebook führt immer wieder Neuheiten ein, die am besten direkt ausgestellt werden. Beim Datenschutz lohnt sich Gründlichkeit tatsächlich.

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