Erste Tests erfolgreich abgeschlossen

„Ultranet“ – Stromtransport der Zukunft

Leitungen und Stromasten lassen sich einfach auf HGÜ umrüsten (Bild:aboutpixel.de/Erich Werner)

Der Ausbau der Stromnetze ist ein wesentlicher Bestandteil der 2011 beschlossenen Energiewende. Die Umsetzung ist allerdings bisher nur zögerlich vorangegangen. Vor allem der Windstrom im Norden soll möglichst effizient in die Industriezonen im Westen und Süden Deutschlands transportiert werden.

Die Netzbetreiber Amprion und Transnet BW haben nun den Testeinsatz einer neuen Technik namens „Ultranet“ mit einer nicht benötigten Stromleitung beim Kraftwerk Datteln erfolgreich abschließen können.

Das Fazit ist positiv: Anstatt neue Leitungen zu bauen, könnten alte Strommasten und Leitungen ohne größeren Aufwand nachgerüstet werden.

HGÜ macht es möglich

Die Zukunft heißt HGÜ – Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung. Bisher wird in Deutschland die Energie als Drehstrom übertragen. Der Nachteil daran ist, dass bei diesem Transport zu viel Energie verloren geht.

Bei der neuen Technik setzt man nun auf Gleichstrom, wo der Energieverlust deutlich geringer ist und folglich über größere Distanzen mehr Strom durch die Leitungen von A nach B fließen kann. Laut dem Netzbetreiber Amprion sogar die doppelte Menge.

Die HGÜ-Technik hat sich andernorts bereits etabliert. Mit ihr sind beispielsweise Mitteleuropa und Skandinavien verbunden, auch Sardinien ist mit einer HGÜ-Leitung ans Festland angebunden. Das Bemerkenswerte an der Technik ist, dass in den Leitungen der Strom in beide Richtungen fließen kann. Somit kann bei Windflaute Solarstrom aus dem Süden in den Norden fließen. Der Ausbau des Höchstspannungsstromnetzes ist zudem schneller, preiswerter und leistet eine höhere Versorgungssicherheit.

Startschuss soll 2019 fallen

Schon in ein paar Jahren soll nach Vorstellungen von Amprion und Transnet BW eine erste HGÜ-Leitung Strom über 430 Kilometer auf bestehenden Trassen vom Nordrhein bis nach Baden-Württemberg transportieren. „Wir wollen das Ding 2019 am Laufen haben, 2017 wäre uns noch lieber“, erklärte der technische Geschäftsführer von Amprion, Klaus Kleinekorte, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Zwei Voraussetzungen müssen vor dem Ausbau des „Ultranets“ jedoch noch erfüllt werden: ein ausreichendes Windstromangebot im Norden und die Genehmigungen der Behörden.

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