Geheimnisse der Gletschermumie

Sensation: Forscher können Ötzis Blut nachweisen

Ötzi

Eine Nachbildung von der Gletschermumie Ötzi im Prähistorischen Museum in Quinson (Bild: 120/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Alte Wunden

Die Gletschermumie Ötzi bleibt als Untersuchungsgegenstand für die Wissenschaft interessant. Nun ist einem Forscherteam aus Deutschland und Italien der Nachweis seines rund 5.300 Jahre alten Blutes gelungen.

Aus Proben des Gewebes im Bereich seiner Wunden konnten sie rote Blutkörperchen identifizieren. Wie das Institut für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) mitteilte, handelt es sich um den ältesten Blutfund der modernen Wissenschaft.

„Es gab bislang keine Erkenntnisse darüber, wie lange Blut erhalten bleibt – geschweige denn, wie menschliche Blutkörperchen aus der Kupferzeit aussehen“, erklärt der Leiter des Institutes Albert Zink, der die Untersuchung zusammen mit den Materialwissenschaftlern Marek Janko und Robert Stark durchführte.

Bestimmung des Todeszeitpunktes

In Ötzis tödlicher Pfeilschusswunde stießen die Forscher zudem auf das Protein Filbrin. „Da Fibrin bei frischen Wunden auftritt und sich anschließend wieder abbaut, untermauert dieser Fund die These, dass Ötzi direkt im Anschluss an seine Verletzung durch den Pfeil gestorben ist und nicht erst Tage danach, wie zwischenzeitlich einmal vermutet worden war“, so Zink.

Die Erhebung dieser sensationellen Daten gelang den Wissenschaftlern mittels nanotechnologischer Methoden, die die Analyse der Mikrostruktur von Blutkörperchen und kleinster Blutgerinnsel ermöglichen. Ihre Forschungsergebnisse wurden am heutigen Mittwoch im Fachmagazin „Journal of the Royal Society Interface“ veröffentlicht.

Ötzi

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge soll Ötzi einst so ausgesehen haben. (Bild: gemeinfrei/Wikipedia)

Erkenntnisse über Ötzis Leben

Seit ihrem Fund im Jahr 1991 hält die Gletschermumie Ötzi die Wissenschaftswelt in Atem, da es sich bei ihr um die einzige erhaltene, durch natürliche Gefriertrocknung konservierte Leiche aus der Kupfersteinzeit in Mitteleuropa handelt.

Genanalysen ergaben Details über sein Äußeres, er hatte braune Augen und Haare sowie Ötzis Krankengeschichte. Offenbar litt er an Herzleiden und Borreliose und war laktoseintolerant, das heißt, er vertrug keine Milch.

Eine Untersuchung des Mageninhalts gab Aufschluss über Ötzis letzte Mahlzeiten vor mehr als 5000 Jahren. Kurz bevor der Pfeil ihn tödlich verwundete, rastete er und verspeiste einen Steinbock. Seine vorletzte Mahlzeit beinhaltete Hirschfleisch und davor aß er ebenfalls Steinbock. Dazu gab es immer etwas Gemüse und eine Art Brot.

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