Kampf um Lebensraum

Neue Tierarten in Deutschland: Neozoen – gekommen, um zu bleiben

Waschbär

Süß und Plage zugleich – Waschbär (Bild: aboutpixel.de / hhk)

Kleine Bären auf Nahrungssuche

Zwiegespalten sind die Gefühle im Bezug auf den Waschbären. Die pelzigen Tiere mit ihren spitzen Gesicht und den umrandeten Augen verbinden viele Menschen mit süßen Figuren aus Trickfilmen.

Die Waschbären kamen in den 1920er Jahren nach Deutschland und haben sich seitdem stark verbreitet. Mittlerweile leben etwa eine halbe Million der amerikanischen Einwanderer in Deutschland – und das bringt weitreichende Probleme mit sich.

Vor allem in städtischen Gebieten nähern sich die Waschbären immer weiter an den Menschen an. Auf der Suche nach Nahrung durchwühlen sie Mülleimer und Gärten. Teilweise zieht es die kleinen Räuber in Wohnungen und Häuser – hier finden sie Schutz, wärme und weiteres Futter.

Gegner für das Eichhörnchen

Das kalifornische Grauhörnchen stellt weniger eine Gefahr für Städte dar, sondern vielmehr für das heimische Eichhörnchen. Der amerikanische Verwandte gelang es bereits das Eichhörnchen in England nahezu zurückzudrängen.

Auf der Insel gibt es kaum noch heimische Exemplare. Eine ähnliche Entwicklung erwarten Experten ebenfalls für Westeuropa.

Grüne Exoten im Geäst

Dem Halsbandsittich ist die Eroberung der Republik bereits geglückt. Die grünen Papageien sind besonders in der gesamten Rheinebene sesshaft geworden und stammen von entflohenen Haustieren ab. Die exotischen Tier kommen ursprünglich aus Indien und den Savannen-Gebieten in Afrika, konnten sich aber bisher mit den Bedingungen in Deutschland anfreunden.

Experten fürchten die weitere Ausbreitung der Halsbandsittiche, da die Tiere mit heimischen Fledermäusen, Kleibern oder Spechten um Bruthöhlen konkurrieren und zudem der Landwirtschaft schaden können. Die grünen Flieger nisten nicht nur in Bäumen, sondern auch auf Feldern, Obstanalgen und Weinbergen. Zudem können die Tiere Krankheiten übertragen.

Fremde Tiere mit unterschiedlichen Auswirkungen

In Deutschland haben insgesamt rund 1.100 fremde Tierarten ein neues Zuhause gefunden. Davon konnten sich bereits etwa 260 Arten etablieren. Die größte Gruppe der Neozoen umfasst die Insekten, Vögel und Weichtiere, so das Bundesamt für Naturschutz.

Vor allem die Ausbreitung von wirbellosen fremden Tieren ist tief greifender für die hiesigen Lebensgemeinschaften, ebenso wirken sich Neozoen im Süßwasserbereich stärker aus, so das Amt.

Angst vor der Tigermücke

Für die Zukunft sorgen sich Experten um die Einwanderung der Asiatischen Tigermücke. Das Insekt überträgt gefährliche Tropenkrankheiten und bahnt sich seit den 1990er Jahren seinen Weg von Asien nach Europa – vermutlich durch Warentransport und Urlauber.

Momentan findet die Tigermücke in Deutschland noch keine neue Heimat, da sie die kalten Temperaturen nicht überlebt. Forscher befürchten jedoch, dass sich dies mit dem Klimawandel ändern könnte.

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