Zweite Erde gesucht

Report des WWF bestätigt – Menschheit plündert die Erde

Vom 20. bis 22. Juni dieses Jahres laden die Vereinten Nationen zur Konferenz über nachhaltige Entwicklung ins brasilianische Rio de Janeiro.

Im Vorfeld des Treffens zur nachhaltigen Entwicklung der Erde veröffentlichte der World Wide Fund for Nature (WWF) am gestrigen Montag in Berlin seinen Living Planet Report 2012.

„Die eine Welt ist nicht genug“

Die Kernaussagen dabei sind: Die Menschheit verbraucht mehr regenerative Ressourcen, als die Erde zur Verfügung stellen kann. Und: Der Konsum der reichen Länder geht zulasten der armen Staaten.

Für seine alle zwei Jahre erscheinende Studie erstellt der WWF unter anderem den sogenannten Living Planet Index. Darin werden verschiedene Wirbeltierarten erfasst und deren Bestandsentwicklung über einen längeren Zeitraum verfolgt.

Der neueste Report offenbart nun, dass die Bestände der erfassten Arten seit 1970 etwa 30 Prozent geschrumpft sind. Wesentlich dramatischer, so der WWF, sehe das Bild in den Tropen aus. Hier betragen die Rückgänge sogar 60 Prozent.

Außerdem errechnet der WWF den Ökologischen Fußabdruck und stellt diesen ins Verhältnis zur Biokapazität der Erde.

Der Fußabdruck gibt dabei an, welche Ressourcen die Menschheit verbrauchen. Die Biokapazität hingegen sagt aus, wie viele Ressourcen die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Beide Werte werden in globalen Hektar (Gha) pro Kopf angegeben.

Während die Erde mit rund 1,8 Gha pro Kopf aufwarten kann, verbraucht ein Mensch im Jahr 2,7 Gha. Eberhard Brandes, Vorstand des WWF, drückt es in einer Pressemitteilung so aus: „Macht die Menschheit so weiter, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“

Im Zeichen des Panda

Der World Wide Fund for Nature, kurz WWF, ist ein Schwergewicht unter den Naturschutzorganisationen. Das Logo des Großen Panda ist seit seiner Gründung 1961 Markenzeichen der Organisation. Auf der ganzen Welt arbeiten etwa 4.000 Menschen an unzähligen Projekten zum Schutz von Umwelt und Natur.

Unterstützt wird der WWF von etwa 5 Millionen Förderern. Dass einige von denen aus Kreisen der Industrie stammen, bringt dem WWF schon seit seiner Gründung Kritik ein.

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