Asiatische Tigermücken bringen gefährliche Viren nach Europa
30. Mai 2012
Ihr Körper ist schwarz mit auffällig weißen Streifen. Wahrscheinlich ist es dieses Muster, dass ihr den Namen Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta) einbrachte.
Noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts waren die Tiere nur in den tropischen und subtropischen Gebieten im südlichen Asien anzutreffen. Doch seit sie zu ihrem Eroberungszug aufgebrochen sind, findet man sie in immer mehr Ländern der Erde.
Eine Mücke die aufbrach, die Welt zu erobern
Doch wie konnte eine Mücke, die aus eigener Kraft kaum einen Kilometer fliegt, sich so schnell ausbreiten? Es ist vor allem der internationale Warenverkehr, der ihre weltweite Verbreitung begünstigt. Hier reisen die Mücken als blinde Passagiere in alten Autoreifen oder an Grünpflanzen und Blumen.
Im Jahre 1979 erreichten die Tiere so den Balkan. Nur wenig später wurden Exemplare der Tigermücke in immer mehr Ländern Europas gefunden. Vor einem Jahr auch in Deutschland.
Das kühlere Klima in unseren Breiten scheint der Ausbreitung der Tiere dabei nicht im Wege zu stehen. Außerdem profitieren sie vom Klimawandel. So hat erst kürzlich eine britische Forschergruppe errechnet, dass die Tiere zwischen 2030 und 2050 auch in Europa ideale Lebensbedingungen haben werden. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler der Universität von Liverpool im April im Fachmagazin Interface der Royal Society.
Doch die kleinen Tiere sind nicht einfach nur noch ein paar Plagegeister mehr. Sie sind für den Menschen durchaus gefährlich, denn sie übertragen so gefürchtete Krankheiten wie das West-Nil-Virus, Gelbfieber oder Dengue-Fieber.
Die Plagegeister haben gefährliche Krankheiten im Schlepptau

Die Asiatische Tigermücke überträgt beim Blutsaugen gefährliche Krankheiten wie das Dengue-Fieber. (Bild: James Gathany, CDC / gemeinfrei)
Es ist die Lebensweise der Mücken, die sie zu so gefährlichen Krankheitsüberträgern macht.
Denn sie sind tagaktiv, besuchen ihre Opfer also nicht im Schlaf. Da sich aber weder Mensch noch Tier gern stechen lassen, werden die Mücken beim Saugen häufig gestört.
Um trotzdem anständig satt zu werden, müssen sie für eine Mahlzeit mehrere Wirte anfliegen.
Dabei wechselt nicht nur Blut seinen Besitzer, sondern auch die verschiedensten Krankheitserreger.
Denn im Prinzip gleicht der Vorgang dem Benutzen einer gebrauchten Spritze.
Dass die Asiatische Tigermücke außerdem wenig wählerisch bei ihren Wirten ist, birgt zusätzliche Gefahren. So trägt sie unter anderem dazu bei, dass Krankheiten vom Tier zum Menschen überspringen können.
Eine der Krankheiten, die im Schlepptau der Mücke reisen, ist das Dengue-Fieber. Sein weltweites Auftreten hat sich in den letzten 50 Jahren verdreißigfacht.
Auch wenn die Krankheit meistens einer Grippe ähnelt, kann es in besonders schweren Fällen zu inneren Blutungen kommen. Dann endet das Fieber auch tödlich.
Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizieren sich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen in jedem Jahr mit dem Virus. Bei ein bis zwei Prozent kommt es zu schweren Komplikationen und mehr al 20.000 bezahlen die Krankheit jedes Jahr mit dem Leben.
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