Geschlechtskrankheit: Tripper wird gegen Antibiotikum resistent
11. Juni 2012
Bereits am 6. Juni warnte die WHO in einer Pressemitteilung, dass die Gonorrhoe bald zu einem schwerwiegenden Problem werden könnte. Die umgangssprachlich auch Tripper genannte Infektionskrankheit, so die WHO, zeige immer öfter Resistenzen gegen die letzte bisher wirksame Antibiotika-Gruppe.
Zum ersten Mal vor etwa einem Jahr in Japan beobachtet, melden jetzt auch Australien, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Schweden Erreger, die gegen die letzte Waffe immun sind.
Was ist ein Tripper?

Sollte die Gonokokken auch gegen das letzte Antibiotikum resistent werden, wird Tripper zum ernsthaften Problem. (Bild: CDC/ Dr. Norman Jacobs / gemeinfrei)
Ursache der Gonorrhoe sind die sogenannten Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae). Die zu den Bakterien zählenden Krankheitserreger werden fast ausschließlich durch sexuelle Kontakte übertragen.
In Harnröhre oder Gebärmutterhals, je nach bevorzugten Praktiken aber auch in Darmausgang oder Rachen, befallen die Erreger die Schleimhäute und führen zu einer eitrigen Entzündung.
Einige Tage nach der Infektion treten die typischen Symptome wie Juckreiz und eitriger Ausfluss auf.
Unbehandelt kann es in seltenen Fällen zu Sterilität oder, wenn die Keime auf die Augen übertragen werden, auch zu Blindheit kommen.
Gelagen die Gonokokken allerdings in den Blutkreislauf, kann sich eine lebensbedrohliche Blutvergiftung entwickeln.
Nach der Entdeckung des Penicillins konnte die Erkrankung eine Zeit lang in den Griff bekommen werden. Allerdings machte eine Resistenzbildung die Wunderwaffe wirkungslos und man musste auf andere Antibiotika zurückgreifen.
Zuletzt konnte nur noch die Gruppe der Cephalosporine erfolgreich zur Behandlung eingesetzt werden. Doch gegen eben diese scheint der Erreger nun ebenfalls resistent zu werden.
Maßnahmenplan gegen resistente Keime
Die WHO berichtet außerdem, dass sich nach aktuellen Schätzungen 106 Millionen Menschen jährlich mit einem Tripper infizieren. Wenn das letzte wirksame Antibiotikum immer schwächer wird, so die Gesundheitsexperten weiter, entwickelt sich die Gonorrhoe zu einem ernsthaften, weltweiten Gesundheitsproblem.
Aus diesem Grund sieht der ebenfalls von der WHO erstellte Maßnahmenplan auch Aktionen auf breiter Front vor. Neben einer genaueren Beobachtung der resistenten Bakterienstämme sollen auch Vorbeugung, Diagnose und Behandlungsbegleitung intensiviert werden.
Außerdem müsse dafür Sorge getragen werden, dass Antibiotika korrekt verabreicht werden. Parallel dazu sei auch die Forschung an neuen Behandlungsansätzen.
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