Idpool statt SchülerVZ – Umbau soll VZ-Netzwerke retten
12. Juni 2012
Der Abwärtstrend der VZ-Netzwerke setzt sich fort. Mit dem weltweiten Siegeszug des Konkurrenten Facebook scheint die Talfahrt des einstigen Marktführers in Deutschland nicht aufzuhalten zu sein.
StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ verlieren stetig Mitglieder. Nun zieht der Eigentümer Holtzbrinck erstmals weitreichende Konsequenzen.
Wie die Onlineausgabe der Zeitung „Die Zeit“ berichtet, soll SchülerVZ schrittweise zu einem „edukativen Angebot“ mit dem Namen Idpool umgewandelt werden. Dabei wird es „rund um den Austausch von Jugendlichen zu ihren Interessen und Fähigkeiten“ gehen.
Wie es mit StudiVZ und MeinVZ weitergeht, ist noch unklar. Dazu will Holtzbrinck Zeit.de zufolge zum Jahresende „neue Optionen“ prüfen. Stefanie Waehlert, Geschäftsführerin der VZ-Netzwerke, nennt die aktuellen Änderungen schon jetzt „einen Befreiungsschlag“.
VZ-Netzwerke im Umbau
Die Umbauarbeiten bei dem sozialen Netzwerk sind derzeit in vollem Gange. Die Zahl der Mitarbeiter sank bereits um ein Drittel auf etwa 50 Beschäftigte. Die Techniksparte wurde zudem in ein eigenes Unternehmen mit dem Namen „Devbliss“ ausgegliedert. Hier soll der Fokus auf die Beratung im Bereich sozialer Netzwerke für andere Medien erweitert werden.
StudiVZ startete 2005 als social Network für Studenten und wuchs in den ersten Monaten so rasant, dass die Server nicht immer mithalten konnten. Die Verlagsgruppe Holtzbrinck erwarb das Netzwerk 2007 für den stolzen Preis von circa 85 Millionen Euro. Im gleichen Jahr ging das SchülerVZ als Portal speziell für Schüler online und 2008 folgte MeinVZ für Erwachsene nach Schule oder Studium.
Kampf gegen Facebook
Die Freude an dem Kauf währte nicht lange. Kurz darauf mussten die VZ-Netzwerke viele Mitglieder an Facebook abgeben – ein Trend, der bis heute anhält. Ob die Neuausrichtung unter dem Firmennamen Poolworks die gewünschte Kehrtwende bringen wird, ist ungewiss.
Sicher scheint, dass StudiVZ und Co. als direkte Konkurrenz von Facebook nicht mehr lange bestehen können. So ist die Orientierung zum edukativen Portal womöglich die letzte Chance für die VZ-Netzwerke.
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