Küsse, Trikots und Bratwurst

Dein Bart für Deutschland: Rituale und Aberglaube im Fußball

„Das Spiel gegen Portugal war eine ganz enge Kiste – aber der geballte Wille von mittlerweile 14.000 EM-Bart-Trägern lenkte den Schuss von Pepe kurz vor der Pause gerade noch an die Latte“, erklärte Klopp auf seinem „Deutschland braucht Bärte“-Blog.

Jürgen Klopp: Vorbild für "Dein Bart für Deutschland"

Jürgen Klopp: Vorbild für "Dein Bart für Deutschland" (Bild: obs/Philips Deutschland GmbH)

Bartwachstum bis zum EM-Sieg

Zusammen mit dem „Sym-bart-ie-Träger“ der Aktion lassen deutschlandweit Tausende Fußball-Fans ihren Bart wachsen, um der DFB-Elf das letzte Quäntchen Glück im Spiel gegen die Niederlande mit auf dem Weg zu geben.

„Deutschland braucht Bärte, um in den kommenden Spielen der Vorrunde weiterhin erfolgreich zu sein!“, so der Tenor der „Dein Bart für Deutschland“-Aktion von Philips.

Während hinter dieser Aktion vor allem Marketing-und PR-Gründe stehen, befolgen Tausende Fußball-Fans und Spieler vor jedem Spiel ihr eigenes Ritual, um der Mannschaft zum Sieg zu verhelfen.

Rituale der Stars

Unglaublich ist der Aberglaube von Sergio Goycochea. Der argentinische Torwart soll vor wichtigen Elfmeterschießen im Mittelkreis uriniert haben. Auch wenn das Ritual äußerst unhygienisch und eklig anmutet – funktioniert hat es. Sergio Goycochea wurde zum großen Elfmeterkiller der WM 1990 in Italien.

Der ehemaliger französischer Fußballspieler Laurent Blanc dagegen küsste den rasierten Kopf von Teamkollege und Torwart Fabien Barthez. Die Hand Gottes, Diego Maradonna, rief vor dem Spiel um göttliche Hilfe und bekreuzigte sich.

Der englische Nationalspieler John Terry setzt auf Musik und lauscht vor jeder Partie einer Usher-CD. „Ich bin sehr abergläubisch. Im Bus setze ich mich immer auf denselben Platz, ich umwickele meine Stutzen immer drei Mal mit Tape, höre immer dieselbe CD auf dem Weg zum Stadion, parke immer auf demselben Parkplatz an der Stamford Bridge…“, zitierte Fifa.com den Abwehrspieler des FC Chelsea.

Ein musikalisches Ritual im anderen Sinn verfolgt Nationalspieler Mario Gomez. Der Stürmer des FC Bayern München singt nicht die Nationalhymne mit. Der Glaube dahinter: Bei einem Spiel mit der U-15 sang Gomez nicht mit und erzielte in der Partie ein Tor.

Bastian Schweinsteiger dagegen geht vor Duellen der Nationalmannschaft als Letzter aus dem Bus und als Letzter aufs Spielfeld, während Kapitän Philip Lahm vor der Partie mit seiner Mannschaft im Kreis zusammenstehen muss.

Aberglaube im Stadion und vor dem Fernseher

Vor jedem Gang ins Stadion bereiten sich Fußball-Fans nach einer genauen Vorgehensweise auf das Spiel vor. Schal und Trikot werden erst nach Verlassen des Hauses angezogen, die Fahne erst auf den Rängen geschwenkt. Auch die letzte Mahlzeit vor der Partie verläuft nach einem strengen Ritual. Es wird immer eine Bratwurst am selben Stand zur selben Uhrzeit gegessen.

Fans, die nicht im Stadion sind, sondern sich die Duelle im TV anschauen, besitzen nicht weniger Rituale. So muss der Stuhl immer in der gleichen Position stehen, das Trikot sitzen und dieselbe Biermarke im Kühlschrank bereitliegen.

Häufig zählt zum Aberglauben auch, das Spiel mit derselben Gruppe an Freunden zu schauen, in deren Zusammensetzung bisher immer ein Sieg für die Lieblingsmannschaft zu bejubeln war.

Rituale für den EM-Sieg

Die deutsche Nationalmannschaft befolgt intern auch vor dem Spiel gegen die Niederlande das ein oder andere Rituale, um den Gegner erfolgreich in die Knie zu zwingen. Am heutigen Mittwoch steht eine ganze Nation mit ihrem Glücksbringern hinter der Elf von Jogi Löw und will das Team mit Jubel und Aberglaube zum Sieg peitschen.

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