Kreuzfahrt, Tauchen, oder Unterwasserhotel – Exotische Reisen
18. Juni 2012
Die Wellen wogen sanft, die See glitzert wie tausend Sterne in der Abendsonne und die leichte Brise schmeckt nach Salz und Freiheit. Wer sich auf Kreuzfahrt begibt, wird schnell vom Meer in seinen Bann gezogen.
Doch auch wenn moderne Ozeanriesen wahre Wunderwerke der Technik sind, gleichen sie doch immer mehr riesigen Hotelanlagen. Und dass sich auf den Schiffen oft mehr als 6.000 Menschen befinden, erinnert eher an eine Kleinstadt, als an das Abenteuer einer Seereise.
Die etwas anderen Kreuzfahrten

Kreuzfahrt einmal anders - zum Beispiel mit der Sea Cloud II, einem modernen Neubau eines Großseglers. (Bild: Jmcglade / CC 3.0)
Wer also einerseits die Freiheit der Ozeane erfahren will, andererseits aber einen Hang zur Nostalgie pflegt und auch noch Wert auf Exklusivität legt, der sollte mit einem Großsegler in See stechen.
Egal ob aufwendig sanierte Privatjacht aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts oder Neubau – die Segelschiffe sind mit allen Annehmlichkeiten ausgerüstet.
So können die oftmals weniger als 100 Passagiere bequem die Reise genießen und dabei die Ursprünglichkeit der Seefahrt erleben.
Denn spätestens, wenn die Mannschaft die Segel setzt, fühlt man sich in vergangene Jahrhunderte zurückversetzt.
Dabei ist es dann beinahe unerheblich, ob man im Mittelmeer kreuzt, die Karibik erkundet oder den Atlantik überquert.
Von dem beschaulichen Leben an Bord werden sich begeisterte Taucher aber kaum auf dem Schiff halten lassen. Für sie ist eher eine Tauchkreuzfahrt geeignet.
Das Basisschiff verfügt dabei über alles, was das Taucherherz begehrt. Und egal ob Südostasien, das Rote Meer oder die Karibik, oftmals werden entlegene Tauchreviere angefahren. Dafür tauscht man das Hotelbett mit einer Koje und erkundet gemeinsam mit einer Handvoll Gleichgesinnter die faszinierende Unterwasserwelt.
Doch nicht nur die warmen Meere der Erde mit all ihren Korallenriffen und farbenprächtigen Fischen sind lohnende Orte, um sich in den Kosmos unter Wasser zu begeben. Wer das Extreme und den ganz besonderen Kick sucht, der reist hoch in den Norden – nach Island.
Heißer Schlot und Gletscherwasser – Tauchen in Island
Denn was die Insel aus Feuer und Eis für Taucher bietet, sucht auf der Welt seinesgleichen.
Mitten im Nationalpakt Þingvellir (Thingvellir ausgesprochen) befindet sich die Silfra-Spalte. Hier liegen die beiden Kontinente Europa und Amerika eng beieinander und driften in jedem Jahr um etwa 7 Millimeter auseinander.
Die bis zu 63 Meter tiefe Spalte verfügt über ein ausgedehntes Höhlensystem. Gespeist wird sie vom Gletscher Langjökull. Da sich dessen Wasser den Weg über Jahrzehnte durch Gestein bahnen muss, ist es absolut klar und rein. Mit einem kräftigen Schluck kann man sich gern selbst davon überzeugen. Doch nicht erst da wird man merken, wie kalt Gletscherwasser wirklich ist. Denn die Temperaturen liegen zwischen 2 und 4 Grad Celsius.
Wesentlich wärmer, genau genommen knapp 80 Grad Celsius wird es dagegen an einigen speziellen Tauchrevieren im Nordatlantik. So zum Beispiel bei den Strýtan-Schloten, denen man sich vorsichtig nähern sollte.
Die gigantischen Unterwasserschlote wurden über Tausende von Jahren um thermale Quelle Quellen auf dem Meeresboden gebildet. Heute ragen die Kalksteinriesen über 50 Meter vom Meeresboden auf.
Die Flora und Fauna ist hier bemerkenswert und wer weiß, vielleicht hat man ja das Glück, und entdeckt eine bisher unbekannte Art.
Bei den Fischen schlafen
Wer die Unterwasserwelt aber ohne so ausgedehnte Tauchgänge erleben will, der ist einem Unterwasserhotel gut aufgehoben.
Auf Key Largo, einer der als Florida Keys bekannten Inseln vor der Küste, empfängt Jules Underwater Hotel seine Gäste in 21 Fuß Tiefe, was in etwa 6,30 Metern entspricht. Um das Zimmer zu beziehen, muss erst einmal die Tauchausrüstung angelegt werden. Dann geht es durch die Mangroven. Dass man hier eine ehemalige Forschungsstation vor sich hat, merkt man spätestens daran, dass der Eingang auf der Unterseite liegt.
Neben einem separaten Koch- und Fernsehbereich sind es wohl die gut 1 Meter durchmessenden Fenster, die schnell zum erklärten Lieblingsplatz werden.
Wer hier nicht nur die Aussicht und die Sonne Floridas genießen will, kann auch Tauchunterricht nehmen.
Für Nichttaucher wesentlich bequemer zu erreichen ist das Projekt des schwedischen Künstlers Mikael Genberg. Denn um in sein Hotel Utter Inn zu gelangen, werden mit einem Boot auf den Mälaren Sees hinausgefahren.
Dieser liegt nur knapp 90 Autominuten von der schwedischen Hauptstadt Stockholm entfernt.
Von Weitem sieht das kleine Holzhäuschen im typisch schwedischen Stil, welches da mitten im See nahe der Stadt Västerås steht, ein wenig verloren aus.
Das Innere teilen sich eine kleine Kochnische und ein Essbereich. Außen führt eine Veranda rundherum. Soweit, so unspektakulär.
Doch das wahre Highlight verbirgt sich unter der Wasseroberfläche. Denn in 3 Meter Tiefe ist das Schlafzimmer gelegen.
Mit 4 Fenstern versehen, lässt sich von hieraus gemütlich und ganz im Trockenen das Treiben im Wasser bestaunen.
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