Artensterben geht weiter: Galapagos-Riesenschildkröte „Lonesome George“ ist tot
26. Juni 2012

Lonesome George war der letzte Vertreter einer Unterart der Galápagos-Schildkröten(Bild: http://www.flickr.com/photos/mikeweston/)
Lonesome George, der einsame Georg war der letzte bekannte Vertreter seiner Art.
Am vergangenen Sonntag gab die Verwaltung des Galápagos Nationalparks seinen Tod bekannt.
Mit ihm starb gleichzeitig eine weitere Unterart der Galágos-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra abingdoni) aus.
Doch mit der Unterart der Riesenschildkröten stirbt beileibe nicht die einzige Spezies auf unserem Planeten aus.
So gehen beispielsweise die Vereinten Nationen in einem Bericht zur Artenvielfalt davon aus, dass rund 130 Tier und Pflanzenarten jeden Tag aussterben. Das wären mehr als 5 Arten pro Stunde.
Die Erde hat bereits mehrere Massenaussterben erlebt
Auch in der Vergangenheit hat die Erde mehrfach Massenaussterben erlebt. Das Bekannteste davon ist wohl das sogenannte KT-Ereignis. Auch wenn sich die Forscher bisher weder auf einen Meteoriteneinschlag noch auf einen katastrophalen Vulkanausbruch einigen können, starb damals neben den Dinosauriern etwa die Hälfte aller Tierarten aus.
Dass auch ein Klimawandel für enorme Umwälzungen sorgen kann, vermuten Wissenschaftler bei einem der ersten großen Artensterben der Erdgeschichte. Vor rund 490 Millionen Jahren, so die gängige Theorie, starben etwa 80 Prozent aller Arten auf dem Planeten aus.
Die aktuelle Aussterbewelle ist hausgemacht
Aber auch wenn Artensterben und gar Massenaussterben ein natürlicher Prozess zu sein scheinen, ist an der aktuellen Situation eines neu. Waren die Ursachen bisher Vulkane, Meteoriten oder geänderte Umweltbedingungen, ist der Hauptverursacher heute der Mensch.
Dabei müssen es nicht immer die Vernichtung von Lebensraum oder die Jagd sein, die eine Art an den Rand der Existenz bringt. Vielfach waren und sind es Haustiere, wie Ziege und Schweine oder blinde Passagiere wie Ratten, die auf einsamen Inseln ganze Ökosysteme vernichten.
Im Falle der Galápagos-Riesenschildkröten waren es wohl mehrere Faktoren, denen mit George jetzt schon die 6. Unterart zum Opfer gefallen ist. Einerseits waren die Tiere als pflegeleichte, lebende Konserven von Seefahrern geschätzt.
Anderseits trugen aber auch die eingeschleppten Ziegen, Ratten und Schweine zum Untergang der Schildkröten bei. Denn diese fanden nicht nur an den Gelegen, sondern auch an den Jungtieren gefallen.
Optionen
Ähnliche Beiträge
Kommentar abgeben




