Einem Fehlkauf vorbeugen

Augen auf beim Gebrauchtwagen-Kauf: Tipps und Tricks

Kaum jemand wird mit einer Checkliste zum Händler gehen und die entsprechenden Fragen abhaken. Schließlich dreht sich bei der Entscheidung für ein Auto auch viel um Auswahl und Abwägen – kein rein rationaler Prozess. Allerdings sollte man den Überblick über wesentliche Aspekte im Kopf behalten. Denn niemand möchte einen überteuerten Gebrauchtwagen kaufen.

auto reparieren

Ist etwas kaschiert? Das Autos sollte unter die Lupe genommen werden (Bild: aboutpixel.de / Dennis Teglas)

Der Verkäufer

Den ersten Eindruck schafft der Betrieb. Sind die Autos schlecht behandelt oder erkundigt sich nach zehnminütiger Suche kein Mitarbeiter beim potenziellen Kunden, kann man sich auf den ersten Eindruck verlassen und dem Hof rasch wieder den Rücken kehren.

Der Verkäufer selbst sollte ebenfalls Vertrauen erwecken. Schließlich will man ihm viel Geld für ein Auto überlassen – das funktioniert nur mit einer vernünftigen Basis.

Drängt der Verkäufer zum Kauf oder nutzt Ausreden, wie z.B. „das Auto verkaufe ich für einen Verwandten“, ist das ein Zeichen von fehlender Professionalität. Es muss klar sein, dass die Verkaufsstelle Besitzer des Wagens ist.

Ebenso sind Druckmittel wie „Sie müssen sich schnell entscheiden“ tabu. Denn gut Ding will Weile haben und das Risiko ein Auto in miserablem Zustand zu kaufen ist höher, als den Kauf zu verpassen, weil man noch eine Nacht drüber schläft.

Das Auto selbst

Ob man sich für den Autohof entscheidet, hängt im Wesentlichen von dem Angebot ab. Nur wenn der richtige Wagen zum Verkauf steht, kommt man ins Geschäft. Die Schwierigkeit bei der Auswahl liegt oft in der Emotionalität, die sich einstellt, sobald man das Automobil seiner Wünsche gefunden hat.

Man schwärmt für Farbe und Form, lässt sich mit Details über Motor und Leistung bereden und erfährt die Sitze und den Innenraum als so angenehm, dass man kaum noch über mögliche Haken nachdenkt. Wurden einzelne Karosserieteile erneuert? Lackschaden oder Unfallwagen? Wurden mit Lackierungen rostige Stellen – auch in Radkasten oder Unterbau – kaschiert? Sind die möglicherweise vorgenommenen Tunings sicher und zulässig?

Im Detail

Es braucht Ruhe, einen genauen Blick und am besten vier anstatt zwei Augen um wichtige Details zu untersuchen. Viele kleine Schäden können Aufschluss geben, was mit dem Auto passiert ist und wie es behandelt wurde. Auch die Papiere sollten eingehend geprüft werden. Am besten lässt man sich zusätzlich Rechnungen über Reparaturen zeigen. Nur da erkennt man genau, was alles ausgewechselt und erneuert wurde.

Autofahrt

Probefahrt nur mit Praxiserfahrung (Bild: Ingor Normann – Fotolia)

Die Probefahrt

Wer als Fahranfänger eine Probefahrt unternimmt, sollte in jedem Fall einen erfahrenen Mitfahrer einladen und auch ans Steuer lassen. Denn die Beurteilung von Fahrverhalten, Steuerbarkeit und Bremsvorgängen kann nur gefühlsmäßig passieren – ohne Praxiserfahrung ist das unmöglich.

Jedes unnatürliche Auftauchen von Geräuschen, Bewegungen oder andere Eventualitäten sollte mit dem Verkäufer durchgesprochen werden. Im Zweifel einen Sachverständigen zu Rate ziehen.

Sind nach dieser eingehenden Untersuchung alle Zweifel behoben, kann einem Kauf nichts mehr im Wege stehen. Außer vielleicht der Preis. Aber Qualität hat eben gewisse Anforderungen.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben