Tragische Naturgewalt

Wie entstehen Blitz und Donner? Gewitterwochenende über Deutschland

Tragisches Unwetter

Am vergangenen Wochenende traf es Deutschland heftig. Unzählige Gewitter begleitet von Stürmen und Hagelschauern zogen über die Regionen und hinterließen drei Tote, viele Verletzte und zahlreiche Schäden.

Auf einem Golfplatz in Nordhessen kamen Ende der Woche drei Frauen ums Leben. Sie wurden von dem Unwetter überrascht und suchten in einer offenen Hütte Schutz – mit fatalen Folgen.

Die Hütte stand neben einem Baum auf einer Wiese, hatte keinen Blitzableiter und bot den Gewitterwolken so beste Möglichkeiten zur Entladung. Eine Spur zeigt, dass der Blitz vermutlich erst in den Baum einschlug, sich teilte und auf die Hütte übersprang.

Der richtige Schutz

Auch wenn es im ersten Moment komisch klingt: Befindet man sich in einem Gewitter, hilft es mehr, sich geduckt auf den Boden zu knien, als unter dem nächsten Baum Schutz zu suchen.

Feuchte Böden – auch feuchte Keller, Metall und einzelne Erhebungen wie Hügel, Bäume oder Masten – sollten gemieden werden. Schnell unter dem Gewitter hindurchlaufen, bis man in einem geschlossenen Haus ist, birgt ebenfalls große Gefahr.

Wie entstehen die heftigen Gewitter?

Die Wetterdienste zeigen, dass sich die Luft über Deutschland am vergangenen Wochenende ca. 150.000 Mal entlud. Allein über Berlin sind mehr als 8.000 Blitze niedergegangen.

Grund für die heftigen Unwetter waren die tropischen Temperaturen und labile Luftmassen, die das Wetter der letzten Tage beherrschten. Durch die starke Sonneneinstrahlung erhitzt sich die Luft und die leichten Teile steigen auf. Dabei stoßen sie aneinander und laden sich auf.

Die schweren Teile sinken derweil ab und bilden die negative Spannung, sodass es schon zu Entladungen innerhalb der Wolke kommen kann. Schnell ist das elektrische Spannungsfeld so stark, dass Blitze auf die Erde hinabstoßen und sich so entladen.

Gleichzeitig gehen oft heftige Regengüsse nieder, die sich in den hoch aufgetürmten Cumulonimbus-Wolken gesammelt haben. Durch den Wiederauftrieb entstehen aus den Tropfen häufig Hagelkörner. Diese werden wieder und wieder nach oben getragen und frieren so zu großen Bällen an, bis sie schwer genug sind und als faustgroße Hagelkörner auf die Erde schlagen.

Gewitter

Die Gefahr von Blitz und Donner darf nicht unterschätzt werden (Bild: Gemeinfrei/Wikipedia)

Die Gewalt eines Blitzes

Große Gefahr macht bei Blitzen neben der Stromstärke von ca 20.000 Ampere die enorme Geschwindigkeit aus. Da die Hauptentladung oft nur wenige Mikrosekunden andauert, passiert ein Blitz so rasant den Weg von Wolke zu Erde, dass sich die Umgebungstemperatur auf bis zu 30.000 Grad erhöht.

Getroffene Menschen oder Objekte weisen daher oft Brandverletzungen auf oder werden von der Gewalt des Einschlags fortgeschleudert.

Dies geschah am Wochenende bei einem Musikfestival in Nordsachsen: Ein Blitz traf die Turmanlage. Durch die Metallkonstruktion wurde der Blitz hinabgeleitet und viele der umstehenden Festivalbesucher durch die Luft geschleudert. Es gab 51 Verletzte.

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