Alte Karte von der neuen Welt

Waldseemüller Karte: Münchner Uni-Bibliothek gibt Schatz preis

Die Entdeckung, die jetzt in der Bibliothek der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gemacht wurde, gilt als eine Sensation. Wie die Pressestelle der Universität auf ihrer Homepage berichtet, fiel dort zwei Wissenschaftlerinnen durch Zufall eine etwa 500 Jahre alte Weltkarte des Kartografen Martin Waldseemüller in die Hände.

Der deutsche Gelehrte, der zwischen 1470 und 1520 lebte, verzeichnete als Erster den damals neu- beziehungsweise wiederentdeckten amerikanischen Doppelkontinent auf einer Weltkarte. Außerdem gab er ihm den Namen Amerika.

Pate stand ihm dafür der Seefahrer Amerigo Vespucci. Denn Waldseemüller nahm fälschlicherweise an, dass Vespucci und nicht Christoph Kolumbus den Kontinent entdeckt hätte.

Kleine Karte, großer Wert

Ebenfalls den Händen Waldseemüllers entstammt die große Schwester der jetzt entdeckten Karte. Diese misst drei Meter im Quadrat und wurde von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahre 2007 den USA überreicht. Heute ist sie in der Library of Congress in Washington D.C. zu bewundern. Außerdem wurde sie von der UNESCO in die Liste der Weltdokumente aufgenommen.

Das in München entdeckte geografische Werk indes ist wesentlich kleiner. Es zählt zu den sogenannten Globuskarten und ist in 12 nach oben und unten spitz zulaufende Segmente geteilt. Zusammengesetzt ergeben diese einen rund 11 Zentimeter durchmessenden Globus.

Weltweit waren bisher nur vier dieser Karten bekannt. Eine davon wechselte bei einer Auktion im Jahre 2005 für über 800.000 Euro den Besitzer.

Die Geometrie des Vergessens

Die beiden Wissenschaftlerinnen fanden die Karte zwischen Geometrie-Drucken aus dem vorletzten Jahrhundert. Da die damaligen Bibliothekare den wahren Wert der Karte anscheinend nicht erkannten, wurde sie wohl ausversehen falsch eingeordnet.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Karte um das Jahr 1507 entstanden ist. Auch wenn ihre Herkunft noch nicht hundertprozentig klar ist, gilt der Fund schon jetzt als absolute Sensation.
Laut Aussage der Bibliothek wurde seit dem 2. Weltkrieg wurde keine solche Entdeckung mehr gemacht.

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