Tempolimits und Alkohol – Wichtige Verkehrsregeln auf Europas Straßen
4. Juli 2012
Tempolimits
Im Sommer mit dem Wagen die italienische Küste entlangzufahren, ist für viele eine berauschende Urlaubsvorstellung. Sonne, Meer, Geschwindigkeit – und plötzlich wird man geblitzt. Leider passiert das schneller als man denkt. Im europäischen Ausland sind die Verkehrshüter streng und die Regeln sehr unterschiedlich.
Innerorts besteht in allen Ländern die Begrenzung bei 50 km/h. Aber schon außerorts schwanken die Vorgaben. Während man in vielen Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder Polen 90 km/h fahren darf, ist in Dänemark, den Niederlande oder Norwegen schon bei 80 km/h das Limit erreicht, erklärten die Experten des ADAC.
In Schweden gilt als Ausnahmeland eine individuelle Straßenregelung. Oftmals sind die Höchstgeschwindigkeiten allerdings geringer als vermutet und sollten dringend eingehalten werden. In dem weiten Land ereignen sich bis zu 40 Verkehrsunfälle mit Wildtieren täglich.
Autobahnen und Schnellstraßen
Den Unterschied zwischen Schnellstraße und Autobahn machen nicht alle Länder. Zusätzlich herrschen hierbei die größten Unregelmäßigkeiten. Beispielsweise darf man in Frankreich, Italien oder Kroatien auf Schnellstraßen 110 und auf Autobahnen 130 Stundenkilometer fahren. In Irland oder Portugal sind auf Autobahnen nur 120 km/h erlaubt. In Norwegen ist überall schon bei 100 km/h die Höchstgrenze erreicht.
Weitere Regelungen im Detail
Weitere Besonderheiten treten für Fahranfänger auf. In Frankreich und Kroatien etwa müssen Beginner die Geschwindigkeit um 20 km/h reduzieren. In Italien dürfen die Unerfahrenen Autobahnen nur mit 100 km/h auslasten.
Als Neuling gilt generell, wer seinen Führerschein vor weniger als drei Jahren erworben hat oder noch unter 25 Jahren jung ist.
Zusätzliche Besonderheiten gelten in 17 weiteren Länden, in denen auch am Tage mit eingeschaltetem Licht gefahren werden muss.
Wer in Skandinavien bereits praktische Erfahrungen gesammelt hat, wird die Regel schätzen und automatisch einhalten. Die Sonne hat nach Norden hin einen flacheren Einfallswinkel, sodass die Dämmerung länger dauert. Außerdem wird auf den eher dunkleren, ausgedehnten Waldstraßen ein entgegenkommendes Fahrzeug durch das Licht deutlich besser gesehen.
Alkoholkonsum
Der Alkoholkonsum stellt in den meisten Ländern eine große Gefahr dar. Nicht nur für die Sicherheit im Straßenverkehr, sondern auch für das eigene Portemonnaie. Die Strafen fallen bisweilen sehr hoch aus. In Norwegen etwa müssen betrunkene Autofahrer ab 770 Euro zahlen und in Einzelfällen sogar mit Gefängnisstrafen rechnen.
In Norwegen, Schweden und Polen darf nur mit 0,2 Promille Blutalkohol gefahren werden. In den meisten restlichen Ländern gilt die deutsche Höchstgrenze von 0,5 Promille. Nur in Großbritannien, Irland und Malta liegt die Grenze höher, bei 0,8.
Vorsicht ist in Frankreich geboten. Das als locker verrufene Land, in dem schon mittags mit dem Wein begonnen wird, hat sich neuen Regelungen unterworfen. Autofahrer sind verpflichtet, einen Einmaltest mitzuführen. Dieser soll an die Gefahr von Alkohol am Steuer erinnern.
Beim ADAC können deutsche Urlauber den Test kaufen. Allerdings gebe dieser nicht sehr zufriedenstellende Ergebnisse, wie der Automobilclub erklärte. Der neue französische Präsident Francoise Hollande steht der von der alten Regierung eingeführten Regelung skeptisch gegenüber: die Röhrchen seien irreführend. Trotzdem sind sie Pflicht für alle, auch für Urlauber.
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