Wissenschaftliche Sensation

Gottesteilchen: Higgs-Boson möglicherweise am CERN nachgewiesen

Kurzer Aufsatz – große Wirkung

1964 schrieb der Physiker Peter Higgs in einem knappen Aufsatz über ein Boson, dass allen anderen Teilchen ihre Masse verleiht. Dieses heute Higgs-Boson genannte Element besteht neben Quarks, aus denen Atomkerne zusammengesetzt sind, aus Leptonen. Bislang waren nur diese bekannt. Vielleicht wurde nun auch das Higgs-Boson bewiesen.

Am 4. Juli gab der Generaldirektor der Forschungseinrichtung CERN bekannt, dass die gemessenen Daten mit denen eines Bosons übereinstimmten. Die Frage bleibt allerdings offen, ob es sich um das gesuchte letzte Element im Standardmodell des Universums handelt.

Higgs-Boson

Simulation eines Aufeinanderpralls, bei dem das Higgs-Boson nachgewiesen wird (Bild: gemeinfrei/wikipedia)

Möglicherweise ist es ein anderes Teilchen, dass die Theorie umwirft und ein neuen Modell notwendig macht. Ein wichtiger Anhaltspunkt zu Bestimmung des Boson ist dessen Masse von 125 Gigaelektronenvolt. Diese wurde bestimmt, weswegen die Aufregung international bedeutend war.

Sensationeller Durchbruch

Das Higgs-Boson ist der Schlüssel zur Beschreibung der Masse aller Dinge. Lange Zeit wusste man nicht, wie die Elementarteilchen zusammenhängen.Durch die Existenz des Masse gebenden Bosons gewann das Modell an Sinn.

Wenn es sich bestätigt, wäre das ein Durchbruch, wie es ihn viele Jahrzehnte in der Physik nicht gegeben hat. Die Forscher wollen allerdings erst weitere Daten sammeln und diese Ende Juli veröffentlichen.

Unfassbares Projekt einer besonderen Größenordnung

Die Institution, die an der Suche des Teilchens arbeitet, nennt sich CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire – Europäische Organisation für Kernforschung). Die Forschungstation in Genf schießt über einen gut 26 Kilometer langen Ring hundert Meter unter der Erde Protonen aufeinander.

Danach benannt heißt sie LHC – Large Hadron Collider. Durch den Aufprall der Teile sollen die Elemente – auch das Higgs-Boson – sichtbar gemacht werden. Die Protonen werden dabei mithilfe von 1232 supraleitenden Magneten fast auf Lichtgeschwindigkeit gebracht. Für die Kühlung der Magneten auf −271,25 °C werden 60 Tonnen flüssiges Helium benötigt.

Die Reihe der Superlative reicht weit in dieser Forschungseinrichtung, die mit den kleinsten Teilen arbeitet. Möglicherweise hat es sich nun bezahlt gemacht.

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