Luftkissen einmal anders

Luftpolster um Schiffsrümpfe sollen Treibstoff sparen

Egal ob riesiger Containerfrachter oder Kreuzfahrtschiff, Ozeanriesen sind wahrhaft energiehungrig. Dabei ist es vor allem das Wasser, was seinen Tribut zollt. Denn die Antriebsenergie wird zur Hälfte oder sogar mehr von der Reibung aufgezehrt.

Ärgerlich ist dies in erster Linie für die Reedereien, denn für diese schmälern hohe Treibstoffkosten die Gewinne. Und auch die Umwelt leidet unter den enormen Abgasmengen. Doch zwei neue Techniken sollen jetzt Abhilfe schaffen.

Treibstoff sparen mit einem Luftpolster

Wenn Stahl durch Wasser gleitet, macht sich die Reibung besonders stark bemerkbar. Umgibt hingegen ein feiner Film aus Luft den Körper im Wasser, sinkt der Widerstand und damit der Energieverbrauch beträchtlich.

Diesen Effekt will der japanische Schiffbauer Mitsubishi Heavy Industries jetzt nutzen, um zwei neuen Aida-Kreuzfahrtschiffen zu geringerem Verbrauch zu verhalfen.

Dazu sollen Kompressoren Luft unter den Rumpf der neuen Riesen pressen. Diese gleiten dann förmlich auf einem Teppich durch die Weltmeere. Bis zu sieben Prozent Treibstoff, so verspricht das Schiffsbauunternehmen, sollen dadurch eingespart werden.

Doch einige Experten für Schiffbau sind skeptisch. So gibt etwa Mustafa Abdel-Maksoud, Professor an der Technischen Universität Hamburg-Harburg gegenüber der „Welt“ zu bedenken, dass die Kompressoren ihrerseits auch nicht gerade wenig Energie verbrauchen.

Ob sich die versprochenen Einsparungen tatsächlich realisieren lassen, wird wohl frühestens 2015 am ersten Aida Schiff mit dieser Technik getestet werden können.

Die Natur als Vorbild

Gänzlich ohne zusätzliche Energie kommt ein anderer Ansatz aus. Hier haben Wissenschaftler verschiedener Universitäten einen Blick in die Trickkiste der Natur geworfen.

Salvinia molesta, der sogenannte Schwimmfarn stand für ihre Entwicklung Pate. Diese Pflanze sorgt mit einer speziellen Oberflächenstruktur dafür, dass sich ständig ein feiner Luftfilm zwischen den Blättern und dem Wasser befindet.

Entschlüsselt wurde die Oberflächenstruktur bereits. Jetzt arbeiten Wissenschaftler und Industrie daran, spezielle Anstriche zu entwickeln. Gelingt es diesen, die Luft über einen Zeitraum von mehreren Monaten zwischen Rumpf und Wasser zu halten, ließen sich Berechnungen zufolge etwa zehn Prozent Treibstoff einsparen.

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