Himmelsschauspiel

Perseiden 2012 – Unzählige Sternschnuppen in einer Nacht

109P/Swift-Tuttle

Sternschnuppen begeistern die Menschen schon seit Jahrtausenden. Etliche Mythen und Geschichten ranken sich um die verglühenden Himmelskörper. Dass sie so einen hohen Symbolcharakter haben, wird durch ihre Seltenheit bestimmt. In der zweiten Augustwoche ist allerdings das Gegenteil der Fall.

Dann nämlich durchfliegt die Erde die Flugbahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Dieser hinterlässt auf seiner Bahn unzählige sogenannte Auflösungsprodukte als einen Meteorstrom. Zusammengefasst nennt man sie Perseiden, da sie aus dem Sternbild Perseus zu kommen scheinen. Durchqueren die kleinen Körnchen unsere Atmosphäre, entsteht ein Lichtschweif – die Sternschnuppen.

Sternschnuppe

In der Nacht auf den 12. August werden etliche Sternschnuppen vom Himmel fliegen (Bild: malo/aboutpixel)

Der Meteorstrom

Bei dem Schauspiel sind es aber nicht die Körnchen selbst, die verglühen. Das Leuchten entsteht durch Rekombination der ionisierten Luft, durch die die wenige Millimeter großen Teilchen mit bis zu 60 Kilometern in der Sekunde fliegen.

In diesem Jahr scheint das Schauspiel am 12. August am stärksten zu sein. Am Tage wird man die Schweife allerdings kaum sehen. In der Nacht zuvor und danach ist der Strom aber noch so stark, dass man auf viele Sternschnuppen hoffen kann, besonders von ein Uhr bis in die Morgendämmerung. Glücklicherweise ist es die Nacht von Samstag auf Sonntag.

Der Ursprung

Die Mythen, die sich schon seit Jahrtausenden um Sternschnuppen ranken, lassen wenig auf das Erfüllen von Wünschen schließen. In der Antike stand eine Sternschnuppe für das Aufsteigen oder Hinabfallen einer Seele. Immer wenn jemand starb, trat irgendwo eine Sternschnuppe auf.

Erst wesentlich später wurde der heutige positive Charakter der Sternschnuppe geformt. Diese haben ihren Namen von abgebrannten Dochten. Die verkohlten Enden werden ursprünglich Schnuppe genannt. Im 19. Jahrhundert wurden Kindern die Geschichte erzählt, jede Sternschnuppe sei der abgebrannte Docht einer Himmelskerze, die die Engel beim Putzen vom Himmel werfen.

Laurentiustränen

Einen anderen Namen haben die Perseiden noch: Laurentiustränen. Laurentius hat am 10. August Todes – und Namenstag. Der Legende nach wurde der Märtyrer im 3. Jahrhundert auf einem glühenden Rost gefoltert. Seinem Widersacher, Kaiser Valerian, soll er gesagt haben: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein“. Diese ewige Pein soll jährlich in Form glühender Tränen vom Himmel herab strömen.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben