Stabiles Leichtgewicht

Aerographit vorgestellt – Kein Material ist leichter

Verglichen mit dem neu entdeckten Werkstoff ist das altbekannte Styropor ein Schwergewicht. Aerographit ist 75 Mal leichter und damit der leichteste bekannte Werkstoff der Welt. Seine Entdeckung gab jetzt ein Wissenschaftlerteam der Technischen Universität Hamburg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in einer Pressemitteilung bekannt.

Bereits Anfang Juli berichteten Matthias Mecklenburg und sein Doktorvater Professor Karl Schulte von der TU-Hamburg und das Team um Professor Rainer Adelung aus Kiel in der Fachzeitschrift „Advanced Materials“ von diesem ungewöhnlichen Material.

Beinahe Luft mit erstaunlichen Eigenschaften

Aerographit

Nach Aussagen der Forscher blüht dem neuen Werkstoff Aerographit eine rosige Zukunft. (Bild: TUHH / Pressemitteilung)

Der Name Aerographit könnte die Zusammensetzung des neuen Materials kaum treffender beschreiben. Denn es besteht zu 99,99 Prozent aus Luft. Den Rest bilden poröse Kohlenstoffröhrchen.

Dieser Aufbau ist dafür verantwortlich, dass ein Kubikzentimeter des neuen Stoffes gerade einmal 0,2 Milligramm auf die Waage bringt. Ein Würfel mit einem Meter Kantenlänge würde also weniger wiegen als ein Stück Butter.

Wer jetzt davon ausgeht, ein solcher Stoff sei leicht zerbrechlich, der irrt gewaltig. Denn die Forscher attestieren dem Aerographit eine erstaunliche Belastbarkeit.

So könne es um bis zu 95 Prozent zusammengedrückt und anschließend in seine Ausgangsform zurückgezogen werden, ohne Schaden zu nehmen. Dies sei besonders deshalb ungewöhnlich, da derart leichte Stoffe normalerweise nur geringe Zugbelastungen überstehen. Ein weiteres Highlight ist die gute elektrische Leitfähigkeit des Aerographits. Außerdem schluckt es das Licht fast vollständig. Damit ist es einer der schwärzesten bisher bekannten Stoffe.

Ein Material mit glänzenden Karriereaussichten

Die Kombination aus guter elektrischer Leitfähigkeit, geringer Dichte und hoher mechanischer Belastbarkeit, prädestiniert das Aerographit förmlich für den Einsatz in der Akkutechnik. Schon jetzt träumen die Forscher von leichten Energiespeichern für E-Bikes oder Elektroautos.

Aber auch Kunststoffe könnten eines Tages mit dem neuen Material beschichtet werden. Die dadurch gewonnene elektrische Leitfähigkeit würde eine statische Aufladung verhindern. Als weitere Einsatzgebiete halten die Wissenschaftler die Satellitentechnik oder die Reinigung von Wasser oder Luft für denkbar. Bis es aber so weit ist, werden nach ihren Aussagen wohl noch 10 bis 30 Jahre intensiver Forschung nötig sein.

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