Zwischen Chaos und Vorfreude

Die kleinen und großen Sorgen vor der Olympiade 2012 in London

Spielen im Regen

Das Chaos beginnt schon beim Wetter. Das Event heißt schließlich olympische Sommerspiele. Die dazu passende Sonne haben Londons Einwohner allerdings schon länger nicht mehr gesehen. Der Juni war der regenreichste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die ohnehin durch Wolken gezeichnete Stadt wird dadurch noch grauer und die Olympioniken können erfrischende Temperaturen erwarten: Der Trend bleibt bei Regen.

Olympiapark und Olympiastadion London

Bald heißt es wieder “Go for Gold”, doch zuvor gibt es etwas Chaos. (Bild: EG Focus / CC 2.0)

Größere Bauchschmerzen bereitet derweil die Sorge vor Terrorangriffen. Wie berechtigt die ist, lässt sich kaum abschätzen. Eine Gefahr entsteht jedenfalls schon allein durch die Größe des Events. Darüber hinaus beschwichtigen Politiker und Verantwortliche teilweise, um nicht eine mögliche Panik zu schüren.

7.000 Sicherheitsleute sowie 17.000 Soldaten und Polizisten werden die Stadt während der Spiele zu sichern versuchen. Zuzüglich sind zahlreiche Zivilpersonen als Ordner eingesetzt. Darüber hinaus stehen den Verantwortlichen modernste Technik und Videoüberwachung zur Verfügung. Rund 1,5 Milliarden Dollar wurden für die Sicherheit veranschlagt – das höchste Budget aller Zeiten. Die Möglichkeiten, eine solche Veranstaltung sicher zu planen, wurden also zumindest in der Theorie erschöpft.

Verkehrschaos in der Millionenmetropole

Während die Verantwortlichen versuchen, London zu sichern, bevölkern tausende Touristen die Stadt. Kaufhäuser wie Harrods vermerken schon jetzt ein deutliches Umsatzplus. Zu Beginn der Spiele werden noch zehntausende Touristen mehr erwartet. Das bringt Kaufkraft in die größte Stadt Europas – und Verkehr.

An ersterem mangelt es London generell, während an Verkehr schon zu normalen Zeiten genug Aufkommen herrscht. Selten sind Straßen nicht verstopft, U-Bahnen nicht überfüllt oder Bürgersteige gut begehbar. Um Sportler vor dem Chaos zu bewahren, wird auf den Zubringerstraßen je eine Spur für alle Bedürftigen freigehalten. Ein großes Ärgernis vor allem für Taxifahrer.

Zudem bildet London schon auf dem Stadtplan ein regelrechtes Chaos. Wer sich real durch die Straßen bewegt, findet selten den richtigen Weg oder gar rasch ans Ziel. Hierbei sollen nun die Maskottchen helfen. Wenlock und Mandeville stehen sie in der ganzen Stadt als zwei Meter große Figuren verteilt. Per Smartphone kann man ihnen Informationen entlocken – oder sich auch manuell den rechten Weg weisen lassen.

Die kleineren Sorgen

Neben all dem erwarteten Chaos stehen natürlich die Sportler im Vordergrund. Diese sind zum Teil schon eingezogen im olympischen Dorf und versuchen sich an Temperaturen und Feuchtigkeit zu gewöhnen. Ein Sportler ist Berichten zufolge schon wieder ausgezogen, um an einem besser temperierten Ort zu trainieren. Er soll sich das zwei bis drei Grad wärmere Düsseldorf ausgesucht haben.

Andere sorgen sich indirekt bedingt durch das Wetter um ihre Fans: Ab 15 Grad oder weniger findet nämlich das Beach-Volleyball-Turnier nicht in den gewohnt knappen Hosen, sondern gegebenenfalls in Leggins statt. Die Veranstalter haben Angst, dass weniger Fans kommen, die eben nur gucken wollen und an Leggins kein Interesse haben. Auch solche Sorgen gibt es zur Olympiade,  grundsätzlich läuft allerdings alles in seinen geordneten Bahnen. Und bald wird der sportliche Wettkampf ohnehin alles andere in den Schatten stellen.

Mehr Infos im Woxikon-Olympia-Special

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2 Kommentare

  1. Der_Gute sagt:

    Da ist aber was falsch!
    Als Olympiade wird der Zeitraum zwischen den Spielen bezeichnet. In England findet also momentan nicht die Olympiade, sondern es finden die olympischen Spiele statt.

  2. Franziska Thost sagt:

    Danke für Ihren Hinweis, Sie haben natürlich recht.

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