Face Blurring – YouTube kann Gesichter unkenntlich machen
20. Juli 2012

Das Internet ist voll von Videomaterial. Jetzt bietet YouTube die Möglichkeit, Gesichter gezielt unkenntlich zu machen. (Bild: HaywireMedia – Fotolia.com)
Auf Videos im Netz erkannt zu werden, hat nicht immer Vorteile. Besonders in Ländern wie Syrien müssen Teilnehmer an politischen Protestaktionen mit ersten Konsequenzen rechnen.
Bisher war es eine äußerst zeitaufwendige Sache, Gesichter von Personen unkenntlich zu machen. Denn dazu musste jedes einzelne Bild des Videoclips einer Bearbeitung unterzogen werden.
Doch jetzt bietet YouTube die Möglichkeit, Gesichter mit nur einem Klick unkenntlich zu machen. Dafür gibt es unter Weitere Optionen im Menü Video verbessern die neue Schaltfläche Alle Gesichter unkenntlich machen. YouTube begründet diesen Schritt im hauseigenen Blog mit dem verbesserten Schutz der Menschenrechte.
Privatsphäre auf Knopfdruck erhöhen
Wird die neue Funktion auf ein Video angewandt, durchsucht die Software den Clip nach Gesichtern. Über diese wird dann ein Feld gelegt, welches die Person unkenntlich machen soll.
Im Blog weist YouTube allerdings darauf hin, dass die Software noch nicht 100 prozentig genau alle Gesichter erkennt. Denn dabei spielen verschiedene Faktoren wie das Licht oder der Winkel eine wichtige Rolle.
Deshalb sollten Nutzer, die derart brisante Videos veröffentlichen wollen, den Clip nach der Umwandlung nochmals aufmerksam in der Vorschau betrachten. Wurden alle Gesichter dann zuverlässig erkannt, kann das Originalvideo auf Wunsch vom Server gelöscht werden.
Segen und Fluch der Gesichtserkennung
Google, der Mutterkonzern des Videoportals YouTube, hat schon seit einiger Zeit einschlägige Erfahrung mit Gesichtserkennung. So bietet die Bildverwaltungssoftware Picasa die Möglichkeit, die Fotosammlung mit hoher Treffsicherheit nach Gesichtern zu durchsuchen. Außerdem hat sich Google unlängst eine Technik patentieren lassen, die Gesichtserkennung und Zuordnung in Videos automatisch erlaubt.
Doch wird diese Technik immer im Sinne des ehrlichen Nutzers eingesetzt? Um herauszufinden, welchen Einfluss eine automatische Gesichtserkennung auf die Rechte des Einzelnen hat, traf sich am vergangenen Mittwoch ein Unterausschuss des US-amerikanischen Senats.
Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Online-Ausgabe vom Donnerstag berichtete, konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob ein Nutzer überhaupt Gesichter unkenntlich machen kann, bevor diese nicht schon anderweitig ausgewertet wurden.
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