Neu genutzt und nachgebaut

Traumhäuser – Wohnen in Turm, Windmühle oder Hobbit-Haus

Beim Thema Wohnen schieden sich die Geister. Während die Einen auf das schicke Eigenheim am Stadtrand schwören, lieben die Anderen ihr hippes Apartment mitten in der Metropole. Doch dann gibt es da noch jene Individualisten, die längst vergessenen Bauten ein neues Leben einhauchen oder gar Wohnkonzepte aus bekannten Romanen Wirklichkeit werden lassen.

Windmühlen-Wohnhaus

Wo früher der Müller seinem Tagwerk nachging, lässt sich heute prima wohnen (Bild: NicKäm / CC 3.0;)

Wenn Windmühlen zu neuem Leben erwachen

Der Mensch nutzt sie schon seit Jahrtausenden, die Windmühlen. Doch seit Elektromotoren die gemächlich rotierenden Flügel überflüssig gemacht werden, verfallen die einstigen Meisterwerke der Handwerkskunst immer mehr.

Doch zum Glück gibt es jene, die sich die alten Bauten zu einem gemütlichen Heim umgebaut haben. Die Vielfalt an Mühlen ist dabei sehr groß. Sie reicht von steinernen Türmen bis hin zu hölzernen Kastenbauten, die sich früher sogar in den Wind drehen ließen.

Die alte Mechanik muss allerdings für die neuen Zwecke weichen. Denn zwischen all den Rädern und Mühlsteinen würden sonst weder Bett noch Tisch Platz finden.

Über den Dächern der Stadt

Hoch oben über den Nachbarn thronen und einen fantastischen Blick über die Lande genießen, diese Privilegien bringt ein ehemaliger Wasserturm als Wohngebäude mit sich.

Wasserturm

Majestätisch reckt sich der Wasserturm gen Himmel und bietet eine einmalige Wohnatmosphäre (Bild: Jens Klingebiel / Fotolia.com)

Probleme mit großen Höhen darf man freilich nicht haben. Auch das Portemonnaie sollte gut gefüllt sein, wenn man das Projekt Wasserturm in Angriff nehmen will. Denn die runden und schlanken Gemäuer sind in vielerlei Hinsicht sehr speziell.

Neben der Raumaufteilung und Möblierung des kreisrunden Wohnungsquerschnitts stellt sich vor allem eine Frage.

Wie werden die unterschiedlichen Etagen miteinander verbunden. Ganz klassisch bietet sich die Wendeltreppe an. Doch wesentlich mehr Komfort bietet der eigene Fahrstuhl.

Dieser führt dann dort hin, wo Anfang des letzten Jahrhunderts noch riesige Mengen Wassers gespeichert wurden.

Dieses diente damals zum Druckausgleich für die städtische Wasserversorgung oder zum Befüllen von Dampflokomotiven.

Heute residieren hier die neuen Wasserturmbesitzer und können ihren Blick in alle Richtungen über das umliegende Land schweifen lassen.

Wo früher gearbeitet wurde, wird heute gewohnt

Das Dröhnen der Maschinen ist längst verstummt. Auch der markante Geruch von Schmieröl, alter Farbe und Schweiß hat sich verflüchtigt. Denn Orte, an denen vor Jahren noch Maschinen im Akkord gebaut wurden, dienen heute ganz anderen Zwecken.

Eine Dachkonstruktion aus Strahlträgern versprüht in den riesigen Wohnhallen ihren ganz eigenen Charme. Wände sucht man in den oft einige hundert Quadratmeter großen Gebäude meist vergeblich. Und auch die mitunter riesigen Fensterfronten treiben sicher so manche Hausfrau in den Wahnsinn, sobald die nur an den Frühjahrsputz zu denken wagt.

Wohnzimmer im Loft

Alte Industriehallen zum Loft umgebaut bieten mehr als genug Platz zum Leben (Bild: Vadim Andrushchenko / Fotolia.com)

Doch trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, zieht es vor allem Künstler und Kreative in den Loft – die umgebaute Industrie- oder Lagerhalle.

Dabei entfällt meist auch die Trennung zwischen Wohnen und Broterwerb. Denn bei den riesigen Flächen finden auch Atelier oder Büro den ihnen gebührenden Platz.

Und ist dann erst einmal der Nachwuchs da, hat dieser mehr als genug Raum zum Toben und Spielen, während die Eltern ihn Dank fehlender Wände immer im Blick haben.

Oft ist ein weiteres Stockwerk vorhanden, das sich meist nicht über die gesamte Hallenfläche zieht. Als Schlafzimmer und Rückzugsgebiet ist diese Etage ideal.

Hand in Hand mit Mutter Natur – Das „Hobbit-Haus“

Wer das Haus von Simon Dale in Wales sieht, fühlt sich wohl augenblicklich ins Auenland versetzt. Und das nicht ohne Grund dann die Ähnlichkeit mit den Häusern von Frodo und Co. aus J.R. Tolkiens Meisterwerk „Herr der Ringe“ ist unverkennbar.

Nahtlos eingefügt in die Natur bietet die Behausung alles, was es zum gemütlichen Wohnen bedarf. Geplant und gebaut hat es Simon Dale zusammen mit seiner Familie und Freunden in Eigenregie.
Dabei war ihr Traum gar nicht mal so teuer. Wie die Hausherren auf ihrer Homepage berichten, liegt der Materialwert bei überschaubaren 3.500 Euro. Von unschätzbarem Wert erwiesen sich aber die vielen helfenden Hände.

Strenge oder gar rechtwinklige Formen sucht man im Haus vergebens. Und auch der Einsatz von modernen Baumaterialien war äußerst sparsam. So besteht das tragende Gerüst aus Eichenholz und auch sonst kamen vor allem Holz, Lehm und Stroh zum Einsatz. Lediglich die Dachkonstruktion wurde zum Schutz gegen eindringendes Wasser mit einer Plastikfolie versehen. Darüber befinden sich Erdreich und Pflanzenbewuchs.

Wohlige Wärme liefert ein Holzofen während Solarzellen den Strom für einige Annehmlichkeiten der Zivilisation bereitstellen. Fließendes Wasser gehört – zumindest im Haus – allerdings nicht dazu. Dieses kommt aus einer Quelle in der Nähe.

Das Hobbit-Haus

Das „Hobbit-Haus“ von außen und von innen. Viele natürliche Materialien und wenig strenge Formen sorgen für gemütliches und naturnahes Wohnen (Bilder: www.SimonDale.net / CC BY-NC-SA 3.0)

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