Internet auf dem größten Heimbildschirm

Google TV kommt ohne Fernseher

Internet im Bild

„Die Leistung von Google Chrome auf dem Fernseher“ – mit diesem Slogan bewirbt Sony den NSZ-GS7 Internet Player. Ab 1. September soll dieser bestellbar sein und vielfältige Möglichkeiten auf die größten Bildschirme in privaten Haushalten übertragen.

Das Hauptanliegen Googles ist nicht, Fernsehen zu machen, wie man es bei dem Namen Google TV erwarten dürfte. Andersherum will Google das Internet auf den Fernseher bringen. Daher hat das Unternehmen weder eigene Hardware noch Software entwickelt, die nicht auf einem gängigen Fernsehgerät liefe. Alle Möglichkeiten sind also ohne Nachrüsten auf HDMI-fähigen Geräten nutzbar.

Die Möglichkeiten

Google TV arbeitet mit dem Handybetriebssystem Android, dass in die handliche Sony Settop-Box integriert ist. Vom Hersteller selbst wird die Box schlicht Internet-Player genannt. Diese Bezeichnung trifft das Gerät wohl am besten, denn allem Anschein nach arbeitet es wie ein großes Tablet; betrieben via umfangreicher Fernbedienung.

Vorinstalliert in der Box ist Googles Chrome-Browser. Über diesen wird das Internet auf dem Fernseher angezeigt. Der Bildschirm kann hierfür in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Auch Bild im Bild ist möglich, sodass in Werbepausen gesurft werden kann, man das Ende der Pause aber nicht verpasst. Besonders ist, dass alle Flash-Mediainhalte auch über den Browser laufen können. So muss auf keine Internet-Funktion verzichtet werden.

Über Chrome hinaus arbeitet Google TV mit zahlreichen Apps. Einige der für mobile Geräte entwickelten Anwendungen sind bereits für die TV-Box weiterentwickelt, etwa Twitter oder Facebook. Viele weitere sollen folgen. Ähnlich wie bei Tablets oder Smartphones können diese einfach „gewischt“ und angeordnet werden.

Die Apps werden über Googles Play Store bezogen. Das von Google bereits eingeführte Filmverleihsystem funktioniert über die Box bisher noch nicht. Der Suchmaschinenriese gab aber an, nach Entwicklung ein Update für diese Funktion bereitzustellen. Über Sony Music Unlimited und Video Unlimited werden allerdings schon von Beginn an Online-Video- und Musik-Angebote nutzbar gemacht.

Bilder der neuen Settop-Box samt Fernbedienung (Bilder: Sony Press Center)

Mulitfunktionsfernbedienung

Highlight von NSZ-GS7 ist die Steuerung. Denn die mitgelieferte Fernbedienung entpuppt sich als Multifunktionsgerät, die keine Eingabemöglichkeit auslässt.

Auf der Vorderseite des handlichen Geräts befinden sich ein Mehrwegeschalter und ein Touchpad, das als Maus genutzt werden kann. Die Rückseite nimmt eine beleuchtete QWERTZ-Tastatur ein. Über diese können Suchanfragen und Passwörter sowie E-Mails leicht eingegeben werden.

Zusätzlich lassen sich über diese Fernbedienung laut Sony weitere Geräte steuern. Zwar kann nicht das gesamte Fernsehangebot wie Videotext aufgerufen werden, doch einfache Programmwahlen sind möglich.

Handelsversion

Das neue System wurde Anfang der Woche in Hamburg vorgestellt und wird voraussichtlich ab Mitte September ausgeliefert werden. Der Listenpreis der Settop-Box ist mit 199 Euro allerdings teurer als die Produkte der Konkurrenz. Apples TV-System und die Boxee-Box kosten mit 119 bzw. 150 Euro deutlich weniger.

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