Gefährliche Tropenkrankheit in Europa

Tödlicher Mückenstich: Denguefieber in Griechenland

Die Überträger

Der Erreger für das Denguefieber wird ähnlich wie Malaria von Mücken auf den Menschen übertragen. Die Gelbfiebermücke und die Asiatische Tigermücke sind dabei die die Hauptüberträger. Diese zwei Arten der tagaktiven Blutsauger kommen hauptsächlich im tropischen wie auch subtropischen Gürtel rund um den Erdball vor.

In Deutschland und Europa gemeldete Fälle sind daher meistens aus Asien, Afrika oder Südamerika eingeschleppte Erkrankungen. Nun ist allerdings erstmals seit etwa 85 Jahren ein Mann in Griechenland an den Folgen des Dengue-Virus gestorben – nach einer Infektion im Heimatland.

Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke ist einer der Hauptüberträger des Dengue-Virus. (Bild: James Gathany, CDC / gemeinfrei)

Todesfall in Griechenland

Der 84-jährige Mann aus der westgriechischen Stadt Patras ist am 30. August der Erkrankung erlegen. Der exakte Erreger konnte leider nicht festgestellt werden, aber erste Blutuntersuchungen belegen, dass es sich um eine Art des Dengue-Virus gehalten hat.

Griechische Behörden nehmen diesen Todesfall sehr ernst.  Zwar ist die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion durch heutige Behandlungsmöglichkeiten nur sehr gering, da die Infektion jedoch im eigenen Land geschehen ist, wird vermutet, dass sich die Krankheit in Zukunft wieder ausbreitet.

Ausbreitung nach Norden

Grund dafür ist der sehr anpassungsfähige Überträger, die Asiatische Tigermücke. In Südfrankreich und Griechenland sowie Kroatien wurde sie bereits häufiger gesichtet. Auch in Deutschland wurden einzelne Sichtungen beschrieben. Neben immer stärkerem Handels- und Tourismusverkehr geben Experten auch mögliche Klimaerwärmungen als Ursache für diese Ausbreitung nach Norden an.

In den Jahren 1927/28 ist es in Griechenland schon einmal zu einem epidemischen Auftreten der Krankheit gekommen. Es wurden etwa eine Millionen Menschen infiziert, von denen ca. 1.000 Menschen starben. Daraufhin wurde lokal die Ausrottung der Überträgermücke versucht – bis heute mit weitreichendem Erfolg.

Das Denguefieber

Nach einem Stich und der Infektion mit dem Virus beträgt die Inkubationszeit etwa drei bis 14 Tage. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit mild. Dabei kommt es häufig zu Fieber bis zu 40 Grad, Schüttelfrost und starken Gelenkschmerzen (daher der Name Knochenbrecherfieber).

In etwa zwei bis vier Prozent aller Fälle kann es jedoch zu einem schweren Verlauf kommen, der bei ein bis fünf Prozent der Betroffenen tödlich endet. Hauptgrund hierfür ist das hämorrhagische Denguefieber. Spezielle Gegenmittel gibt es keine. Behandlungsmethoden belaufen sich daher auf stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern und intensivmedizinische Überwachungen sowie symptomatische Behandlungen, etwa Flüssigkeitsauffüllungen.

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