Crowdfunding als Zukunftsmodell

Kickstarter revolutioniert die Projekt-Finanzierung

Euroregen

Kickstarter ermöglicht direkte Finanzierung von Projekten. (Bild: aboutpixel.de / Sebastian Röske)

Finanzierung ohne Mittelsmann

Die Vorteile der Direkt-Finanzierung liegen auf der Hand. Die Projekte behalten ihren Status der Unabhängigkeit und sind nicht an die Forderungen der Geldgeber gebunden. Gleichzeitig können sich die Ersteller der Projekte auf einen Kundenstamm berufen.

Auch für die Sponsoren gibt es genügend Vorteile. Sie können entscheiden, welche Projekte sie unterstützen wollen und auch die Höhe der Spende beeinflussen. Außerdem ist es ihnen möglich, auf exklusive Bonusinhalte oder Vergünstigungen zurück zugreifen. Es entsteht eine Win-Win-Situation.

Besonders im aktuellen Jahr hat die Kickstarter-Seite und die neue Kultur der Finanzierung einen Schub erfahren. Nicht nur Einzelpersonen buhlen um die Gunst der Sponsoren, sondern auch große Entwickler, die mit ihren kreativen Projekten direkt den Nerv der Konsumenten treffen wollen. Monatlich gibt es neue Großprojekte, die neue finanzielle Rekorde aufstellen.

Ouya, Pebble und Co.

Einen guten Einblick in die Funktionsweise des „Crowdfunding“ gibt die Uhr „Pebble“. Das Modell hat ein E-Ink Display und kommuniziert mit dem Smartphone des Nutzers. So ist es möglich Statusmeldungen oder Apps zu überwachen, ohne das Handy aus der Tasche zu ziehen. Die Produktion der Uhr sollte zum Startzeitpunkt 100.000 Dollar kosten. Fast 69.000 Sponsoren fanden das Projekt aber so beeindruckend, dass am Ende des Finanzierungs-Zeitraums unglaubliche zehn Millionen Dollar bereitstanden.

Die Kunden hatten die Möglichkeit verschiedene Beträge zu spenden, die unterschiedliche Vorteile brachten. Wer einen Dollar in die Produktion der Uhr steckte, wurde über jeden neuen Status per Mail informiert. Ab einem Betrag von 99 Dollar bekam man eine Kaufbestätigung für die Uhr, die später einmal 150 Dollar kosten soll und konnte bereits zum Pre-Produktionszeitraum sparen. Die höchste Stufe der Finanzierung wurde 31 mal gewählt. Für 10.000 Dollar bekam man 100 Uhren, von denen die Käufer auch die Farbe bestimmen durften.

Aauch weitere interessante Projekte wurden durch Kickstarter finanziert. Die Firma Ouya stellte die gleichnamige Spielekonsole vor. Das Gerät beruht auf dem beliebten Androidsystem, das aus Smartphones bekannt ist und sollte es Entwicklern erleichtern, ihre Spiele an den Mann zu bringen.

Das Konzept hinter der Konsole stieß auf soviel positive Resonanz, dass 8,5 Millionen Dollar eingenommen wurden, obwohl nur 950.000 Dollar für die Entwicklung und Produktion veranschlagt waren. Die Konsole soll als Gegenpol zu den Giganten PlayStation und Xbox eingeführt werden.

Medien im Netz

Das Internet steckt voller kreativer Ideen. (Bild: HaywireMedia / Fotolia)

Unbegrenzte finanzielle Mittel

Nicht nur Technik findet sich auf der Plattform „Kickstarter“ wieder, sondern auch Kunst. Ein Sammelbandnachdruck des Comics „The Order Of The Stick“ erreichte als erstes Buch die Grenze von einer Million Dollar.

Kickstarter zeigt deutlich, wie Finanzierung im Web funktionieren kann. Entwickler müssen sich nicht mehr auf die Willkür von Publishern verlassen, sondern können ihr eigener Chef sein. Sponsoren sind ganz nah dran am Fertigungsprozess und können sich als Teil des Projekts fühlen.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...

Kommentar abgeben