Lawine erwischt Camp der Bergsteiger

Tourismus-Saison im Himalaya startet mit neun Toten

Himalaya

Der Mount Manaslu gehört zu den höchsten Bergen der Welt.(Bild:Ben Tubby/Wikipedia CC BY 2.0)

Tote im Himalaya

Auf dem 8.163 Meter hohem Berg löste sich eine Lawine und überrollte zwei Camps mit Bergsteigern, die ihre Zelte auf 7.000 Metern aufschlugen. Der Berg ist berüchtigt für seine steilen Wände. Nach einer langen Kältezeit kann es deshalb passieren, dass der Sonnenschein eine Lawine in Gang setzt. Bei dem aktuellen Abgang konnten mehrere Personen gerettet werden. Für die Hälfte kam aber jede Hilfe zu spät. Den Mount Manaslu werden sie nicht mehr verlassen.

Es ist kein Bergsteigen mehr, das die Kletterer hier betreiben. Es ist Extrem-Bergsteigen, ein Ringen mit dem Körper und dem Tod. Ab einem Betrag von 10.000 Dollar gibt es diesen Kick mit Führer zu erwerben. Eine Garantie für eine Rückkehr gibt es nicht. Früher war es nur den absoluten Cracks vorbehalten, hier klettern zu dürfen. Aber Nepal hat das Potenzial der Berge erkannt und vermarktet sie geschickt.

Einmal wie Reinhold Messner sein

Jeder kann ein Extrem-Bergsteiger sein, wenn er das nötige Kleingeld mitbringt. Die Erfahrung, einmal das höchste Gebirge der Welt bezwungen zu haben, war einmal nur wenigen Menschen vorbehalten. Heute haben die Berge ihre Besonderheit verloren.

Bergsteiger

Extrem-Bergsteiger suchen den Kick in den höchsten Höhen. (Bild:Mountaineer/Wikipedia CC BY 3.0)

Es ist noch immer eine extraordinäre Leistung, die von den Bergsteigern erbracht wird. Doch wenn an einem Tag mehrere Dutzend Menschen die höchste Erhebung unseres Planeten erklimmen, fehlt irgendwie der Abenteurergeist.

Die Normalität, die sich bei der Bezwingung dieser Berge eingeschlichen hat, ist ein Grund dafür, dass jedes Jahr viele Menschen im Himalaya sterben. Viele sehen es als kontrolliertes Abenteuer an, aber die Berge lassen sich nicht beherrschen. Nur eine kleine Veränderung des Wetters kann in solchen Höhen verheerende und rasante Auswirkungen haben.

Dazu kommt die Extrembedingung, die in knapp 8.000 Metern herrscht. Die Luft ist so dünn, dass jeder Schritt schwerfällt. Der Körper bekommt nicht genügend Sauerstoff und kämpft mit den Begleiterscheinungen Hunger, Atemnot und Schwierigkeiten beim Denken. Eine gefährliche Umgebung.

Auch in dieser Saison werden die Wege, die zu den höchsten Gipfeln der Welt führen, wieder gut besucht sein. Viele Kletterer werden sich als Bezwinger der Berge bezeichnen können. Für einige wird es aber der letzte Weg sein, den sie bestreiten werden. Denn der Himalaya wird trotz des Tourismus immer extrem bleiben.

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