Datenschutz

Facebook: Umstrittene Gesichtserkennung wird entfernt

Nach einer 3-monatigen Untersuchung kritisierte die Data Protection Commission (DPC) im Dezember letzten Jahres den Umgang mit persönlichen Nutzerdaten durch die beliebte Social Media Plattform. Die dabei ausgesprochenen Empfehlungen überprüfte die Behörde jetzt und veröffentlichte am vergangenen Freitag ein beinahe 200 Seiten umfassendes Papier.

Europäische Datenschützer können Erfolge feiern

Soziale Netzwerke

Facebook entfernt seine umstrittene Gesichtserkennung für die Nutzer in Europa. (Bild: aboutpixel.de / Sergei Brehm)

In ihrem aktuellen Bericht äußert sich die DPC positiv über Facebooks Fortschritte im Bezug auf den Datenschutz. Denn viele der bemängelten Punkte seien vom US-Konzern abgestellt wurden.

Sehr umstritten war dabei eine Funktion zur automatischen Erkennung von Gesichtern. Bei dieser wurden neu eingestellte Fotos automatisch gescannt und die darin gefundenen Gesichter mit bereits bekannten abgeglichen. Ziel war es laut Facebook, Freunde auf Fotos schnell ausfindig machen zu können.

Bei den Datenschützern stieß dieses Vorgehen allerdings auf heftige Kritik.

Eine Sammlung biometrischer Daten von Millionen Facebook-Usern berge nach ihrer Auffassung eine große Gefahr des Missbrauchs. Auch deutsche Datenschützer liefen gegen die Gesichtserkennung Sturm. So erließ beispielsweise der Hamburger Johannes Caspar kurz vor Bekanntwerden der Facebook-Entscheidung eine Verwaltungsanordnung gegen den US-Konzern.

Für neue Facebook-User wird die Funktion nicht mehr verfügbar sein. Für alle Konten, die schon Daten gesammelt haben, soll eine Löschung bis spätestens 15. Oktober erfolgen. Sollte es doch einen Re-Launch geben, verspricht Facebook eine bessere Aufklärung seiner Mitglieder.

Nicht alle offenen Punkte wurden gelöst

Doch trotz der Fortschritte bemängelt die DPC, dass der Social Media Riese ihre Empfehlungen an anderer Stelle nur unzureichend umgesetzt hat. Beispielsweise funktioniere die vollständige Löschung von Nutzerdaten auf eigenen Wunsch noch nicht zufriedenstellend, so die Datenschützer.

Auch das Targeting stoße nach wie vor auf Kritik. Dabei werden persönliche Nutzerdaten ausgewertet, um Werbeanzeigen personalisieren zu können. Ob auch besonders private Daten wie die sexuelle Neigung mit einfließe, konnte noch nicht geklärt werden.

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