Weltweiter Launch neuer Sender

YouTube startet eigene Programmkanäle

Fernsehen

Löst YouTube das klassische Fernsehen bald ab? (Bild: aboutpixel.de / Andreas Thormann)

YouTube spricht junges Publikum an

Spartenkanäle stellen die Erweiterung des bestehenden Programms dar. In Deutschland starten zwölf Kanäle, die sich vom Kochen bis hin zu Extremsport beschäftigen. „Unsere Strategie ist, zu schauen, welche Interessen es in der Welt gibt, die im Fernsehen unterrepräsentiert sind, und sie zu bedienen. Wir suchen gezielt nach diesen weißen Flecken“, sagte Robert Kyncl, Manager bei der Video-Plattform in seinem Blog. YouTube möchte herausfinden, welche dieser Kanäle besonders guten Anklang finden und diesen dann speziell fördern. Durch vorgeschaltete Werbung, die der Konsument überspringen kann, sollen sich die Sender selbst finanzieren.

Ab Montag, dem 8. Oktober 2012 können sich die Nutzer anschauen, was das YouTube- Fernsehprogramm für sie zu bieten hat. Auf dem Sender „Boneless“ entsteht ein Extremsport-Kanal, die Band „Onkel Berni“ wird eine Late-Night Sendung aus ihrem Wohnzimmer präsentieren und auf dem Kanal von „Heartbeat Berlin“ können sich Nutzer über Trends, Lifestyle und Mode informieren. Weltweit bietet YouTube über 60 Kanäle an.

Erst die Bezahlung, dann das Video

Auch bei der Bezahlung geht YouTube neue Wege. Wurden bisher Gewinne nach den Clip-Aufrufen an die Videohersteller ausgeschüttet, finanziert das Unternehmen nun erstmals Inhalte vor. Das bedeutet, dass Produzenten nicht mehr auf die Klicks der Zuschauer angewiesen sind, sondern mit Geld planen können, das von der Plattform direkt kommt. Das gibt Planungssicherheit und soll die Qualität des Programms erhöhen. Der Sendermix gibt jungen Talenten die Möglichkeit, ihre Programmvorstellungen zu verwirklichen. Gleichzeitig wurden große Produzenten wie Endemol und die UFA ins Boot geholt.

Medien im Netz

YouTube will mehr professionelle Inhalte bereitstellen. (Bild: HaywireMedia / Fotolia)

Obwohl YouTube sich nicht in Konkurrenz zum klassischen Fernsehen sieht, ist das inoffizielle Ziel klar. Der Zuschauer soll sich sein Programm aus den Kanälen zusammenstellen und eine engere Bindung zu den Künstlern aufbauen. Das hätte zur Folge, dass die Individualität des Fernsehprogramms Wirklichkeit wird.

Der Nutzer hat die Möglichkeit ein Programm zu erstellen, das weder an Zeiten, noch an Werbepausen gekoppelt ist. Die Werbung, die vor den Videoclips geschaltet wird, soll in Zukunft noch mehr auf die Vorlieben des Zuschauers eingehen. Damit er sich irgendwann nicht mehr nur schnell zu seinem gewünschten Inhalt durchklickt, sondern auch die individuelle Werbung in sein Konsumverhalten einbaut.

Bereits seit Längerem versucht die Videoplattform mit professionellen Inhalten zu glänzen, anstatt nur mit Handyvideos. Deshalb wurde zuletzt auf Live-Übertragungen von Raketenstarts, Konzerten und offiziellen Reden gesetzt.

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