Pilze im Schmerzmittel

USA: 14 Meningitis-Tode durch verseuchte Medikamente

Wie die Erreger in die Medikamente gelangen konnten, ist bisher unklar. Sicher ist nur, dass es sich bei den verunreinigten Präparaten um Mittel zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen handelt. Das Kortisonpräparat enthält den Wirkstoff Methylprednisolon-21-Acetat und wird in die Nähe der Wirbelsäule injiziert. Hergestellt wurde es von New England Compounding Center (NECC), der die betroffene Charge an 76 Kliniken in 23 US-Bundesstaaten lieferte.

Pilzsporen im Hirn führen zu Entzündungen

Petrischale

Durch verunreinigte Medikamente starben in den USA bereits 14 Menschen an Meningitis. (Bild: Alexander Raths / Fotolia)

Eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute kann durch verschiedenste Erreger hervorgerufen werden. Häufig sind dies Viren und Bakterien. In selteneren Fällen können aber auch Parasiten und eben Pilzsporen für die Krankheit verantwortlich sein.

So fand die CDC laut eigenen Angaben in 10 Proben Spuren von Exserohilum rostratum sowie in einer Probe Aspergillus fumigatus. Letzterer ist für die sogenannte Aspergillose verantwortlich.

Der Pilz kommt in der Natur häufig vor, beispielsweise in der Erde, im Hausstaub oder auf Pflanzen. Obwohl er oft eingeatmet wird, kann ihn ein gesundes Immunsystem in der Regel erfolgreich bekämpfen.

So erkranken normalerweise nur geschwächte Personen und die Aspergillose tritt vor allem in Nase, Lunge oder auf der Haut auf. Das Gehirn befällt sie eher selten. Anders in den aktuellen Fällen. Denn hier kam die Rückenmarksflüssigkeit der Betroffenen direkt mit dem Erreger in Berührung. Einmal im Nervensystem angelangt, verbreitet er sich bis ins Gehirn.

Die ersten Symptome wie Kopfschmerzen und Nackensteife können dabei leicht mit einer Grippe verwechselt werden. Durch Druckanstieg im Hirn stellen sich dann allerdings Schwindelgefühl, Krämpfe und mitunter auch Lähmungserscheinungen ein. Im schlimmsten Falle kommt es zu einem Hirnschlag.

Im Normalfall schlechte Prognosen

Während eine virale Hirnhautentzündung meist von allein abheilt und auch die bakterielle Form der Erkrankung behandelbar ist, sehen die Prognosen bei einer Pilzinfektion deutlich schlechter aus. So stirbt in Deutschland beispielsweise jeder zweite Infizierte. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass dies in der Regel Menschen mit stark geschädigtem Immunsystem betrifft.

Da dieses bei Betroffenen in den USA aber in den meisten Fällen intakt ist, könnte die Krankheit weniger schwerwiegend verlaufen.

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