Geschwister im All

Sonnennächster Stern besitzt erdähnlichen Planeten

Nur 4,3 Lichtjahre von der Erde entfernt, also praktisch vor der Haustür liegt das Sternensystem Alpha Centauri. In diesem fanden jetzt Astronomen um Xavier Dumusque von der Universität Genf einen Planeten, welcher der Erde in Größe und Masse verblüffend nahe kommt. Ihre Entdeckung veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“.

Groß und schwer wie die Erde aber extrem heiß

Gleiche Größe, aber die etwa 1,13 fache Masse der Erde, das sind die Kerndaten des neuen Planeten. Über seine genaue Zusammensetzung können die Forscher noch keine Aussagen machen.

Er umkreist den umkreist den Stern Alpha Centauri B in nur 3,2 Tagen. Sein Abstand beträgt dabei lediglich 0,04 Astronomische Einheiten (AU). Im Vergleich dazu beträgt die mittlere Entfernung zwischen Erde und Sonne 1 AU.

Diese extreme Nähe zu seinem Zentralgestirn ist es dann auch, die kein Leben auf dem Planeten erwarten lässt. Denn dazu, so die Forscher sei die Temperatur an seiner Oberfläche viel zu hoch. Er liegt also nicht in der habitablen Zone.

Doch die Wissenschaftler vermuten weitere Planeten im selben System, von denen einige auch in der lebensfreundlichen Zone liegen könnten.

Der neue Planet hat zwei bis drei „Sonnen“

Das Sternensystem Alpha Centauri ist der Sonne am nächsten gelegen. Es besteht aus dem größeren und gelblich leuchtenden Stern Alpha Centauri A und dem kleineren, orangenen Alpha Centauri B. Mit bloßem Auge sind beide Himmelskörper allerdings nicht getrennt zu erkennen. Uneinig sind sich die Astronomen darüber, ob auch der viel kleinere Stern Proxima Centauri zum System gehört.

Auf die Existenz des Planeten wurde allein durch Betrachten des Sternenlichts geschlossen. Denn seine Masse sorgt dafür, dass sich die Geschwindigkeit seines Sterns minimal verändert. Diese Abweichungen liegen im Bereich von 0,5 Metern pro Sekunde.

Auch wenn die Veränderungen für kosmische Maßstäbe verschwindend gering sind, wirken sie sich auf das Spektrum des ausgesandten Lichtes aus. Dieses konnten die Forscher wiederum mit einem 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte in den chilenischen Anden beobachten und mit dem HARPS genannten Spektrografen in seine Bestandteile zerlegen.

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