Brauchtum

Halloween ohne Süßigkeiten ist kein richtiges Halloween

Halloweendeko

Zu Halloween tummeln sich Kürbisfratzen, Gespenster und andere Gruselgestalten (Bild: 663highland/wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Süßigkeiten und Deko für jedermann

Nach Ostern und Weihnachten verzeichnen die Tage um den 31. Oktober die drittstärkste Nachfrage nach Süßigkeiten im Jahr. Bereits im Sommer werden bei Haribo die ersten Lackritz-Fledermäuse und Kürbis-Gummitiere produziert. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich der Einzelhandel auf den Trend aus den USA eingestellt. Im vergangenen Jahr konnten die Unternehmen der Fachgruppe Karneval im Einzelhandelsverband HDE ihren Umsatz erneut steigern und einen Verkaufserlös von 30 Millionen Euro verbuchen. Auch die Landwirtschaft hat sich dem Trend angepasst und produziert auf ca. 10.000 Hektar Anbaufläche immer mehr Speise- und Zierkürbisse für den deutschen Markt.

Ursprung liegt in Irland

Obwohl laut einer Umfrage von Trend Research 76 Prozent der Deutschen nicht viel von Halloween halten, festigt sich dieser Brauch dennoch allmählich auch bei uns. Irische Auswanderer brachten die Tradition in die USA und von dort verbreitete sich Halloween über den ganzen Globus. Ursprünglich feierten die Kelten in Irland am 1. November ihr Neujahrsfest Samhain, um den Winter willkommen zu heißen. Über viele Jahrhunderte hinweg nahmen weitere Feiertage darauf Einfluss und münden im heutigen „All Hallows Eve“, dem Tag vor Allerheiligen, also Halloween.

Irischer Jack O'Lantern

Ursprünglich haben die Iren aus Weißrüben Jack O’Lanterns hergestellt (Bild: Rannpháirtí anaithnid at en.wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Aus Irland stammt auch der Brauch, Jack O’Lantern in die Fenster oder vor die Haustüren zu stellen. Ursprünglich sind die Laternen aus Weißrüben, Kartoffeln oder Zuckerrüben hergestellt worden. Der irische Mythos besagt, dass damit der umherziehende Geist des „Stingy Jack“ und andere ruhelose Seelen vertrieben werden können. „Geizhals Jack“ hatte den Teufel hereingelegt und muss nun zur Strafe über die Erde wandeln und kann weder in Himmel noch Hölle einziehen. Die Laternen wurden nach ihm benannt, da er mit einer solchen durch die Gegend streift und von den Iren „Jack of the Lantern“ genannt wurde.

Halloween in Lateinamerika

Ohne die berühmten Kürbisfratzen, aber mit besonders bunten Leckereien feiern die Menschen in Spanien, Mexiko und Lateinamerika den „Día de los Muertos“, den Tag der Toten. In Gedanken an verstorbene Freunde und Familienmitglieder werden vom Abend des 31. Oktober bis Allerseelen am 2. November Feierlichkeiten begangen. Im Hause wird ein Altar aufgebaut, der über und über mit Süßigkeiten, Blumen, Fotografien und den Lieblingsspeisen der Verstorbenen bedeckt ist. Zu Allerseelen zieht die Familie dann zu den Gräbern der Verwandten und feiert mit ihnen zusammen bei einem Picknick.

Gedenken an die Toten

Bei Halloween ging es ursprünglich nicht darum, Nachbarn und Freunden Streiche zu spielen und mit besonders gruseligen Kostümen oder Dekoartikeln zu imponieren. Es sollte vielmehr den lieben Verstorbenen gedacht werden und sie sollten mit Speis und Trank an diesen Tagen drei besonderen Tagen willkommen geheißen werden. Böswillig gesinnte Geister hingegen wurden mit Speisen vor der Tür davon abgehalten, ins Innere einzudringen. Aus diesem Brauch entwickelte sich das Verteilen von Süßigkeiten an die klingelnden Gruselgestalten, um diese zu besänftigen und sich vor Streichen zu schützen.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...Loading...

Kommentar abgeben