Wassertier Hydra lebt ewig

FoxO-Gen: Der Schlüssel zur Unsterblichkeit?

Meer

Die Hydra besitzt das FoxO-Gen, das sie ewig leben lässt. (Bild:Frank Fox/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Die Hydra als Lebensspender

Die Mythologie lehrte den Menschen, dass die Hydra ein schlangenähnliches Wesen mit vielen Köpfen ist. Schlägt man einen der gefährlichen Köpfe ab, wachsen zwei weitere nach. In Wahrheit ist die Hydra ein winziges Süßwassertierchen aus dem Bereich der Nesseltiere. Doch die mögliche Unsterblichkeit verbindet die beiden Wesen. Denn ebenso wie die Hydra aus der griechischen Mythologie erkennt man bei dem kleinen Meeresbewohner keine Anzeichen von Alterung oder Sterblichkeit.

Kieler Forscher untersuchten das Phänomen und fanden den Grund. „Auf der Suche nach dem Gen, das für die Unsterblichkeit der Hydra verantwortlich ist, sind wir unerwartet ausgerechnet auf das sogenannte FoxO-Gen (Anm.d.Red. Forkhead-Box-Protein 03) gestoßen“, berichtet der „Focus“ und beruft sich auf Anna-Marie Böhm, die Erstautorin der Studie. Das Gen ist entscheidend für die Erhaltung der Stammzellen verantwortlich. Außerdem bestimmt es die individuelle Lebensspanne. Die Überraschung der Forscher ist so groß, weil das „Unsterblichkeits-Gen“ auch im menschlichen Körper vorkommt.

Ewiges Leben für die Menschen

Bedeutet dies ein längeres Leben für alle Menschen? Im Alter verlieren die Stammzellen ihre Fähigkeit, neue Zellen zu generieren. Dadurch erholt sich alterndes Gewebe kaum und die Muskeln bauen ab. Durch die Stimulierung des FoxO-Gens könnte dieser Prozess beeinflusst werden. Zwar ist die Unsterblichkeit noch Zukunftsmusik. Doch die Forscher stellen sich vor, dass ältere Menschen in Zukunft länger fit bleiben und ihr Leben genießen. Die Kieler Forschungsgruppe wies eine hohe Aktivität des Gens bei Menschen nach, die über 100 Jahre alt wurden.

Zwei Seiten der Medaille

Der Wunsch nach einem langen, vielleicht sogar ewigen Leben, besteht seit Jahrhunderten. Mit der Bestimmung des „Unsterblichkeits-Gens“ kommt die Menschheit dem Wunsch einen Schritt näher. Doch auch wenn die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, muss man doch auch aus moralischer Sicht in die Zukunft blicken. Bereits heute werden die Menschen immer älter und die Weltbevölkerung steigt. Sollte sich dieser Trend fortsetzen und durch medizinische Hilfe verstärkt werden, stellt sich die Frage, wer lange leben darf und wer nicht.

Bisher regelte die Natur dieses Problem. Doch vielleicht bestimmen in Zukunft die mächtigsten und reichsten Personen, wer am Leben bleibt. Das ist natürlich eine Dystopie und für die Forscher überwiegt die Freude über ihre Entdeckung und die daraus resultierenden Möglichkeiten. Ein kleiner Meeresbewohner weist der Menschheit vielleicht den Weg in die Unsterblichkeit.

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