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Alzheimer: Forscher lösen gefährliche Plaques auf

Mensch

Im Verlauf der Alzheimer-Erkrankung lagern sich sogenannte Plaques im Gehirn an. (Bild: SunOfErat – gemeinfrei/Wikipedia)

Mehr als die Hälfte aller Demenzerkrankten auf der Welt leiden unter Morbus Alzheimer. Die Fähigkeiten zum Planen, Organisieren und später sogar zum Erinnern gehen Stück für Stück verloren. Im Gehirn finden sich schon in relativ frühen Stadien der Erkrankung Ablagerungen – sogenannte Plaques.

Jetzt haben Mediziner vom Institut für Neuropathologie der Charité in Berlin und dem Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich eine aussichtsreiche Entdeckung gemacht.

Reinigungsmodus für das Gehirn

Wie sie im anerkannten Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlichten, fanden sie eine Möglichkeit die Plaques im Gehirn von Mäusen abzubauen. Die Eiweißablagerungen verschwanden vollständig. Auch schnitten die Tiere nach den Experimenten besser bei Gedächtnistests ab als ihre unbehandelten Artgenossen.

Interessant an diesem Ansatz ist die Tatsache, dass die Forscher auf die Hilfe des Immunsystems ihrer Versuchstiere zurückgriffen. Gegenstand ihrer Untersuchung waren sogenannte Interleukine. Diese zur Gruppe der Hormone zählenden Substanzen fungieren bei der Immunabwehr als Botenstoffe. Indem die Wissenschaftler das Immunmolekül p40 ausschalteten, konnte der Körper der Versuchstiere zwei der Interleukine mit der Bezeichnung 12 und 23 nicht mehr produzieren.

Wirkstoff ist bereits freigegeben

Forschungsergebnisse wie diese in nutzbare Arzneimittel umzusetzen, nimmt normalerweise viel Zeit in Anspruch. Die gute Nachricht ist deshalb: Der p40-Blocker, so betonen die Wissenschaftler, ist bereits als Medikament zugelassen. Eingesetzt wird er bei Psoriasis, der sogenannten Schuppenflechte und bei gewissen Formen der Darmentzündung.

Doch auch eine weniger gute Nachricht haben die Forscher parat. Zwar haben ihre Experimente gezeigt, dass der Wirkstoff das Gehirngewebe von Plaques befreit. Einmal zerstörte graue Zellen kann er aber nicht wieder herstellen.

Ursache weiter unbekannt

Alzheimer ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns. Sie tritt meist ab dem 65. Lebensjahr auf lässt die geistigen Fähigkeiten der Betroffenen unwiederbringlich schwinden. Die genauen Ursachen sind bisher noch nicht vollständig verstanden. Es hat sich aber gezeigt, dass im Wesentlichen zwei Veränderungen im Gehirn auftreten.

Einerseits verbinden sich fehlerhafte Beta-Amyloid-Proteine zu sogenannten Plaques und lagern sich im Gehirn ab. Auch die sogenannten Tau-Proteine, welche normalerweise für die Stabilität der Transportbahnen in den Nerven sorgen, verklumpen. Das Heimtückische daran ist, dass ein großer Teil der Betroffenen jahrelang nichts von der Erkrankung merkt.

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