Kampf im Netz

Lex Google: Neue Kampagne gegen Leistungsschutzrecht

Google - Screenshot

Google startet eine Online-Kampagne gegen das geplante Leistungsschutzrecht. (Bild: Screenshot – Google)

Setzen sich die Befürworter des Gesetzes durch, soll es künftig als Teil des Urheberrechts Zeitungs- und Zeitschriftenverlage stärker an Einnahmen im Internet beteiligen. Denn denen steht da das alleinige Recht zu, ihre Artikel im Netz gewerblich zu vertreiben. Wollen Suchmaschinenanbieter wie etwa Google Titel oder Ausschnitte von Artikeln als Suchergebnisse anführen, wären Lizenzgebühren fällig.

Gegen dieses, auch als „Lex Google“ bezeichnete Gesetz macht der Internet-Konzern jetzt mobil. Unter dem Motto „Verteidige dein Netz“ startet er eine groß angelegte Kampagne. Auf einem eigens eingerichteten Bereich der Google-Homepage finden User Hintergrundinformationen, können sich per Newsletter auf dem Laufenden halten oder ihren Bundestagsabgeordneten ausfindig machen. Dessen Sitz zeigt eine interaktive Karte an.

„Das Gesetz schadet vielen und nützt wenigen“

Google sieht in der Neuregelung einen massiven Eingriff in die Freiheit des Internets. Tritt es in Kraft, so die Auffassung des Konzerns, würden die User nur noch eingeschränkt an Informationen gelangen. Auch die bisherige Praxis führt Google als Argument zu Felde. Weltweit werden schon heute rund 100.000 Klicks in jeder Minute von der Suchmaschine auf Verlagsseiten weitergeleitet. Der Internetriese geht davon aus, dass viele der Seiten in Deutschland etwa die Hälfte ihrer Leser direkt aus der Suchmaschine bezieht.

Außerdem generieren eben diese Klicks Werbeeinnahmen, von denen Google nach eigenen Aussagen im letzten Jahr mehr als sieben Milliarden US-Dollar ausgeschüttet hat. Auch stehe es jedem frei, seine Webseite mittels eines kurzen Programmiercodes von der Google-Suche auszuschließen.

„Angemessene Vergütung für Rechteinhaber“

Ganz anders sehen die Presseverlage den Sachverhalt. Denn von dem Gesetz erwarten sie endlich einen adäquaten Schutz des geistigen Eigentums im Internet. Bisher würden nach ihrer Aussage Suchmaschinenfirmen wie Google Milliarden verdienen, ohne die Urheber angemessen zu beteiligen.

Zwischen den Fronten – der User

Kritisch war der Gesetzentwurf bisher für Blogger, Unternehmen, Privatpersonen und Vereine. Denn in der früheren Fassung waren diese ebenfalls in der Pflicht, Lizenzgebühren zu zahlen, wenn sie fremde Artikel nutzten. Doch nach Protesten hat der Gesetzgeber an dieser Stelle bereits nachgebessert. Der aktuelle Vorschlag betrifft nur noch Suchmaschinenanbieter und ähnliche Firmen wie Nachrichtenaggregatoren.

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Ein Kommentar

  1. Johann sagt:

    Das ist doch wirklich eine paradoxe Situation. Verlage geben eine Überschrift und einen kleinen Teaser und bekommen dafür Besucher, die sie mit Werbung etc. versilbern können. Nun wollen sie für diese „kleine“ Leistung doppelt kassieren. Das ist paradox und zudem noch Lobbyarbeit vom Feinsten. Google wird entsprechend reagieren und das ist gut so.

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