Ein Spiel elektrisiert Deutschland

Rivalität und Rekorde beim Duell Bayern gegen Dortmund

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Trainer Jupp Heynckes hofft auf den ersten Ligasieg gegen die Dortmunder. (Bild:Александр Осипов/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Das Ende einer Serie?

Man muss fast drei Jahre in die Vergangenheit schauen, um den letzten Sieg des FC Bayern gegen Dortmund zu finden. Am 13. Februar 2010 gewannen die Münchner durch die Tore von van Bommel, Robben und Gomez gegen die Borussen. Seit dieser Partie wendete sich das Blatt. Trainer Jürgen Klopp formte innerhalb von zwei Jahren eine Mannschaft, die zweimal in Folge den Meistertitel errang und auch den DFB-Pokal für sich entschied.

Die erfolgsverwöhnten Münchner verloren im Gegenzug das Finale im deutschen Pokal gegen Dortmund und das Champions-League-Endspiel im eigenen Stadion gegen den Chelsea London FC. Dazu kam die Dominanz der Borussen in der heimischen Liga, unter der auch die Bayern litten.

Die letzten vier Bundesliga-Duelle entschied die Mannschaft aus dem Ruhrpott für sich. Die Bayern hatten dem Tempo-Fußball der Dortmunder nichts entgegenzusetzen. Zwar fielen die Partien meist knapp aus, doch ein Mittel gegen das Kombinationsspiel fanden weder Van Gaal noch Jupp Heynckes. Den Höhepunkt der Demütigung erlebten die Münchner im DFB-Pokal-Finale, das Dortmund mit 5:2 für sich entschied. Doch in dieser Saison scheint sich das Blatt erneut zu wenden. Der FC Bayern München empfängt die Borussia mit einem komfortablen Vorsprung von elf Punkten und der schnellsten Herbstmeisterschaft aller Zeiten.

Für Dortmund sind die Bayern Favorit

Deshalb schiebt Jürgen Klopp die Favoritenrolle auch schnell zu den Münchnern: „Die Bayern sind Favorit, sie spielen ihre eigene Saison“, sagte der Trainer auf der Pressekonferenz und ergänzte, dass der Rekordmeister der schwerste Gegner sei, „den man in der Bundesliga haben kann.“ In der Tat dominiert das Team von Jupp Heynckes die Gegner nach Belieben. Erst eine Niederlage steht zu Buche. Auf der anderen Seite stehen zwölf Siege und nur fünf Gegentore. Eine grandiose Bilanz, die den Münchnern die frühste Herbstmeisterschaft aller Zeiten einbrachte. Aufgrund der aktuellen Kräfteverhältnisse witzelte Trainer Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Wir haben uns überlegt, wir fahren trotzdem mal hin!“

Das ist auch zwingend notwendig, wenn der Abstand von aktuell elf Punkten nicht noch weiter anwachsen soll. Das Spiel stellt für Dortmund fast schon die letzte Chance dar, um in den Titelkampf einzugreifen. Auch Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld, der sowohl die Münchner als auch die Borussen trainierte, stimmte dem zu. „Wenn Bayern gewinnt, ist die Meisterschaft entschieden, dann wird es langweilig in Deutschland. Wenn Dortmund gewinnt, kann Bayern aber noch einmal einen Knacks bekommen“, sagte der Schweizer Nationaltrainer bei einem Medientermin des Pay-TV-Senders „Sky“. Nach der Hinrunde der vergangenen Saison lag Dortmund bereits acht Punkte hinter den Bayern, startete dann allerdings eine beispiellose Serie, die ihnen am Ende den verdienten Meistertitel einbrachte.

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Die Dortmunder Fans hoffen auf eine Fortsetzung der Serie gegen die Bayern. (Bild:Florian K/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Rekord für die Bundesliga

Für Flügelstürmer Franck Ribery stellt Dortmund in dieser Spielzeit jedoch keine Gefahr dar, wie er gegenüber der „Bild“ berichtete: „Ich bin 100 Prozent überzeugt, dass wir Meister werden. […] Wir wollen Samstag gegen den Meister gewinnen.“ Gleichzeitig verkündete der Publikumsliebling, dass er seine Karriere beim FC Bayern beenden möchte. Ein Treuebekenntnis, das die Verantwortlichen an der Säbener Straße sicher gerne hören. Für das Spitzenspiel können beide Trainer aus dem Vollen schöpfen. Einzig Arjen Robben und Luiz Gustavo fallen für die Toppartie aus. Für sie rücken Thomas Müller und 40-Millionen-Mann Javi Martinez in die Startelf.

Auch für die Bundesliga als Exportartikel stellt das Spiel einen Rekord dar. Insgesamt 203 Länder der Welt strahlen das Spiel live aus. Damit brechen die beiden Teams ihren eigenen Rekord, der im letzten Jahr mit 200 Ländern aufgestellt wurde.

14 Punkte Abstand oder der Startschuss einer Aufholjagd? Die Entscheidung über diese Frage fällt am Samstag-Abend, wenn Borussia Dortmund ins München zum Topspiel antritt. Die Fußballmassen in Deutschland können es auf jeden Fall kaum noch erwarten.

Stadion FC Bayern München

Die Allianz Arena ist in dieser Saison die Festung der Münchner. (Bild:Richard Bartz/Wikipedia unter CC BY-SA 2.5)

 

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