Offenbar keine Daten gestohlen

FBI ermittelt nach Hackerangriff auf Facebook

Hacker stehlen Geld im Internet

Die Nutzerdaten der Facebook-User bedeuten für Hacker bares Geld. (Bild:Smileus/Fotolia.com)

Fast einen Monat ließ sich Facebook Zeit, um seine Nutzer über den Angriff einer Hackergruppierung aufzuklären. Die Cyberkriminellen attackierten bereits im Januar die Notebooks der Mitarbeiter, in dem sie einen Schadcode auf einer Internet-Entwickler-Seite hinterlegten, der sich über eine Sicherheitslücke in der Java-Software auf den Rechner spielten. Wie Facebook in einer Statusmeldung mitteilte, fand sich der illegale Code auf mehreren Computern im gesamten System wieder. Allerdings bleibt unklar, welcher Schaden dadurch angerichtet wurde.

Geld mit Nutzerdaten verdienen

Das soziale Netzwerk fand keinen Beweis, dass die sensiblen Nutzerdaten ausgespäht wurden. Die Daten haben vor allem für die Werbeindustrie einen enormen Nutzen. Wenn man sich beispielsweise mit dem Facebook-Profil beim Streaming-Dienst Spotify anmeldet, sammeln beide Dienste Informationen über das Hörverhalten des Nutzers. Die Information wird später an die Werbeindustrie weiterverkauft, die daraus ihre Erkenntnisse für personalisierte Anzeigen zieht. Ein paar Klicks später erhält man meist genau die Werbung, die auf das eigene Verhalten abgestimmt ist. Benutzerdaten sind im Social Media gleichbedeutend mit Geld und genau auf das sehen es die Hacker ab.

Wie Facebook weiterhin mitteilte, lag die Sicherheitslücke nicht auf der Seite des Netzwerks. Alle Computer waren mit der neuesten Anti-Virus-Software und den aktuellsten Patches ausgestattet. Stattdessen schiebt Facebook die Verantwortung zu Oracle, dem Entwickler der Java-Software. Allein durch das unbekannte Leck war es den Hackern möglich, sich auf den Notebooks einzunisten.

Facebook

Mark Zuckerbergs Netzwerk Facebook wird von einer Milliarde Menschen genutzt. (Bild:Elaine Chan/Wikipedia unter CC BY 2.5)

Mittlerweile ist die Sicherheitslücke durch ein Update geschlossen und die Gefahr damit beseitigt. Facebook kooperiert jetzt mit dem FBI, um die Tätergruppe schnell aufzuspüren. Allerdings vermuten Sicherheitsexperten, dass es sich um einen Anschlag aus Asien, speziell China handelt. Dadurch ist es kaum möglich, die Hacker aufzuspüren.

Amerika als Ziel chinesischer Hacker

In den letzten Monaten häuften sich die Cyberangriffe auf amerikanische Webseiten. Ebenfalls im Januar griffen Hacker die Internetauftritte der New York Times und des Wall Street Journal an. Die beiden Zeitschriften informierten ihre Kunden im Gegensatz zu Facebook jedoch sofort über die Attacke und warteten nicht noch einen Monat. Den bisher schwersten Angriff auf Nutzerdaten findet man beim Technik-Hersteller Sony. Insgesamt 100 Millionen Profile und die hinterlegten Informationen kopierten Hacker aus dem Playstation Network. Unter den Daten befanden sich auch die Kreditkarten-Nummern, die zur Bezahlung gebraucht werden. Erst nach Wochen der Untersuchung konnte Sony das Netzwerk neu starten.

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