Innovation der Woche

Mobiles Bezahlen mit dem Handy nimmt Gestalt an

Bezahlen wird sich grundlegend verändern

Grundlegend verändern werde sich das Bezahlen im Alltag, prognostizieren Experten auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Verschiedene Anbieter stellten dort ihre neuen Dienste vor, mit denen via Smartphone und Tablet bezahlt werden kann.

Die Touchscreen-Geräte haben bereits dafür gesorgt, dass jeder überall ins Internet gehen kann. Durch die Ausbreitung von Smartphones und Tablet-PCs ist auch ein Markt für neue Bezahlmöglichkeiten entstanden. Der Wettbewerb für die innovativen Systeme hat jetzt Schwung bekommen.

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In Zukunft sollen Bezahlvorgänge bargeldlos via Tablet und Smartphone abgewickelt werden (Bild: Scanrail – Fotolia)

Das Kreditkarten-Unternehmen MasterCard kündigte an, dass seine digitale Brieftasche MasterPass bereits in diesem Jahr in Australien und Kanada eingeführt wird. Nach Deutschland kommt das System voraussichtlich 2014. Der Konkurrent Visa arbeitet mit Samsung zusammen, um das Bezahlen mit NFC-Nahfunk-Technik voranzubringen. Bisher ist NFC nur dafür geeignet, kleinere Beträge von bis zu 20 Euro zu begleichen. Die mobile Brieftasche der Deutschen Telekom nennt sich myWallet und wurde bereits in Polen eingeführt.

Wie funktionieren die einzelnen Systeme?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit den neuen Systemen zu bezahlen. Beim MasterPass wird entweder mit dem Smartphone im Laden ein Strichcode gescannt oder man hält das mit NFC ausgestattete Gerät über ein entsprechendes Kassen-Terminal oder man bezahlt online via Bezahl-Button. Der MasterPass speichert die Daten online auf einem gesicherten Server. Dabei können verschiedene Konten und Karten gebündelt werden.

Das Visa-System Paywave wird in Zukunft über NFC-Chip auf allen Samsung-Smartphones vorhanden sein. Kontoinformationen sollen von den Geldinstituten direkt auf das Gerät geladen werden. Auch bei dieser NFC-Technik wird über Kassenterminals bezahlt. Diese Methode funktioniert sowohl mit Smartphones als auch mit Karten, die einen entsprechenden Chip haben.

Der Bezahldienst myWallet ist als App für Smartphones verfügbar und umfasst verschiedene Bezahlmethoden. Mit dieser App lassen sich auch Flugtickets und Bonuskarten sammeln. Bei anderen Mobilfunkanbietern soll sich der Kunde über eine App mit Name und Telefonnummer anmelden und so Geld von Handy zu Handy überweisen können. Dafür muss der Betrag zuvor auf dem eigenen Konto vorgeschossen werden.

Vor- und Nachteile der mobilen Bezahlsysteme

Bereits jetzt können mit NFC-Chips kleinere Geldbeträge ohne PIN und Unterschrift bezahlt werden. Mit Systemen wie MasterPass könnte der Kunde in Zukunft den kompletten Bezahlvorgang auf seinem Smartphone abwickeln. Kassen und Terminals wären dann überflüssig. Auch Brieftaschen und Bargeld würden so der Vergangenheit angehören.

Kritiker der NFC-Technologie haben allerdings einige Sicherheitsbedenken und sprechen auch von technischen Schwierigkeiten. NFC-Anbieter weisen diese Vorwürfe allerdings zurück. Bisher liegen Bezahllösungen auf NFC-Basis jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Anbieter wie PayPal kritisieren darüber hinaus, dass NFC-Modelle nicht innovativ genug seien, da der Zahlungsvorgang nach wie vor an einen festen Ort, wie ein Kassengerät, gebunden sei.

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