Leben ohne Medikamente

HIV-infiziertes Kind in Amerika geheilt

Ein Forscher benutzt Reagenzgläser zur Forschung.

Mediziner suchen nach einer Heilung für das HI-Virus. (Bild: yanlev – Fotolia.com)

Ärzte sprechen von Heilung

Es ist eine eine Nachricht, die Hoffnung gibt. Mit einer aggressiven antiretroviralen Therapie heilten amerikanische Ärzte ein Baby von der Immunschwäche-Krankheit HIV. Weder die Mutter noch die Mediziner wussten vor der Geburt von der Erkrankung; erst als die Wehen bereits einsetzten, fiel dem Team das gefährliche Virus auf. Die Kinderärztin Dr. Hannah Gay entschied sich daraufhin für eine unkonventionelle Therapie. Mehrere Anti-HIV-Medikamente sollten das Virus stoppen.

Heute ist das Baby zweieinhalb Jahre alt und wird von den Ärzten als „praktisch geheilt“ angesehen. Im Blut des Kleinkinds befindet sich der HI-Erreger zwar noch immer, doch die Konzentration ist gering genug, damit sich das Immunsystem selber behandeln kann. Seit einem Jahr benötigt das Kind keine Medikamente mehr und auch die regelmäßigen Arztbesuche gehören der Vergangenheit an. Eine Sensation für die gesamte Medizin: „Sie können diesen Fall, den wir gesehen haben, als nahe an einer Heilung, wenn nicht sogar als eine Heilung betrachten“, sagte Dr. Anthony Fauci vom amerikanischen Gesundheitsinstitut.

Zweite Heilung in der Geschichte

Der Fall stellt die zweite erfolgreiche Bekämpfung des HI-Virus in der Geschichte dar. Im Jahr 2008 heilten Berliner Ärzte Timothy Brown. Brown litt nicht nur an HIV, sondern war gleichzeitig ein Leukämiepatient, der in der Charité auf eine Knochemmark-Spende vorbereitet wurde. Dem transplantierte Knochenmark fehlte jedoch der Rezeptor, den das HI-Virus zum Streuen benötigt; Brown wurde resistent. Beide Krankheiten verschwanden nach dem Eingriff und traten bis heute nicht wieder auf.

Besonders in ärmeren Ländern stellen HIV und AIDS ein großes Problem dar. Schwangere geben das Virus unwissend an ihre Kinder weiter; Hoffnung auf eine Heilung gibt es kaum. Mit der neuen Methode könnte die Verbreitung eingedämmt werden. Das leitende Ärzte-Team dämpft die Erwartungen jedoch. Eine Anwendung der Therapie auf größere Kinder oder Erwachsene ist nicht möglich. Einzig Neugeborene könnten von den neuen Erkenntnissen profitieren.

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