Langzeitstudie

Geringeres Sterberisiko: Pessimisten leben länger

Zu rosige Zukunftserwartungen wirken sich negativ auf Gesundheit und Lebensdauer aus. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Universität Erlangen zusammen mit Wissenschaftlern aus Berlin und Zürich.

Menschen, die der Zukunft pessimistisch entgegen sehen, haben eine höhere Lebenserwartung (Bild: Rynio Productions/ Fotolia.com)

Menschen, die der Zukunft pessimistisch entgegen sehen, haben eine höhere Lebenserwartung (Bild: Rynio Productions/ Fotolia.com)

Als Grundlage der Langzeitstudie dienten Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), die zwischen 1993 und 2003 erhoben wurden. Dazu wurden immer dieselben Personen befragt, wie zufrieden sie grade mit ihrem Leben waren und wie zufrieden sie in fünf Jahren zu sein glaubten. Bei der Befragung wurden die Altersgruppen 18- bis 59-Jährige, 40- bis 64-Jährige und über 65-Jährige unterschieden. Im Untersuchungszeitraum überprüften die Forscher regelmäßig, ob die Erwartung fünf Jahre später mit der Realität übereinstimmte.

Überraschendes Ergebnis

Dabei kamen die Forscher zu dem überraschenden Ergebnis, dass überdurchschnittlich positives Zukunftsdenken im Alter zum einem etwa zehn Prozent höherem Risiko für Gesundheitsbeschwerden führt. Und auch das Sterberisiko war bei den Optimisten höher als bei den Pessimisten. „Möglicherweise ermuntern pessimistische Zukunftserwartungen die Senioren dazu, noch besser auf die eigene Gesundheit zu achten und sich vor Gefahren zu schützen“, erklärt Frieder Lang von der Universität Erlangen, Autor der Studie.

Rund 43 Prozent der über 65-Jährigen unterschätzten ihre zukünftige Lebenszufriedenheit. 25 Prozent sahen ihr realistisch entgegen und 32 Prozent der älteren Befragten waren zu optimistisch.

Tendenzen der Analyse

Vor allem junge Erwachsene hatten bei der Befragung oft ein unrealistisch rosiges Bild von ihrem zukünftigen Leben. Überwiegend richtig schätzten Menschen im mittleren Erwachsenenalter ihre Zufriedenheit ein. Als Trend stellte sich bei der Analyse der Daten heraus, dass die Aussichten umso pessimistischer ausfielen, je älter die Befragten waren. Und das, „je stabiler ihre Gesundheit und je höher ihr Einkommen war“, sagt Frieder Lang. Als mögliche Ursache gibt er an, dass die Teilnehmer sensibler für die Begrenztheit ihrer Zeit werden und womöglich mehr darauf achten, ihren gegenwärtigen Status zu bewahren und weniger auf künftige Besserung hoffen.

Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Zeitschrift „Psychology and Aging“ online veröffentlicht.

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