Infektion mit Mykrobakterien

Kein Rückgang bei Tuberkulose-Erkrankungen

tbc

Tuberkulose ist auch in Deutschland ein Gesundheitsproblem (Bild: luchshen/fotolia).

Anzahl der erkrankten Kinder steigt

Bei Kindern ist die Zahl der Tuberkulose (Tbc)-Neuerkrankungen in Deutschland gestiegen. Insgesamt seien 179 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren 2011 an Tbc erkrankt, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit und stellt damit einen erneuten Anstieg im Vergleich zu den beiden Vorjahren fest.

Der leichte Anstieg von an Tuberkulose erkrankten Kindern könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Möglichkeiten zur Vorbeugung nicht ausgeschöpft werden. Laut RKI-Präsident Reinhard Burger bräuchte der öffentliche Gesundheitsdienst zudem „ausreichende Kapazität für die Tuberkulosekontrolle“. Behandelnde Ärzte und Gesundheitsämter müssten demnach eng zusammenarbeiten, um Tuberkulose erfolgreich therapieren und vorbeugen zu können.

Regional deutliche Unterschiede

Das Robert-Koch-Institut gab auch bekannt, dass Tuberkulose vor allem bei sozial Schwächeren auftrete. Außerdem gebe es regional deutliche Unterschiede. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 5,3 Tbc-Fällen pro 100.000 Einwohner. In Berlin wurden in diesem Rahmen jedoch 9,3 Erkrankungen registriert.

Insgesamt erkrankten 4.317 Menschen 2011 in Deutschland an Tuberkulose. Das sind nur undeutlich weniger als im Jahr zuvor. Ebenso verhält es sich mit der Zahl von 162 an Tbc gestorbenen Menschen. Das Robert-Koch-Institut bezeichnet die konstante Zahl der Erkrankungen als „Plateau“. Bis 2008 konnten jährlich noch deutliche Rückgänge festgestellt werden.

Krankheitsbild und Probleme bei der Behandlung

Bei Tuberkulose handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem die Lungen befällt. In den ersten Wochen nach der Infektion treten nur unspezifische Symptome, wie Fieber, Nachtschweiß oder Appetitlosigkeit, auf. Später können Husten und Lymphknotenschwellungen hinzutreten. Ein Tuberkulose-Verdacht geht vor allem aus lungenspezifischen Symptomen hervor.

Tbc muss mit einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten über einen längeren Zeitraum behandelt werden. Die Therapie dauert mindestens sechs Monate. Die Nebenwirkungen der Medikamente und die lange Therapiedauer führen häufig dazu, dass die Behandlung abgebrochen wird. Zunehmende Antibiotika-Resistenzen bereiten zusätzliche Probleme beim Kampf gegen Tuberkulose. Laut RKI liegt der Anteil multiresistenter Tuberkulose-Formen bei etwa zwei Prozent.

Der 24. März ist Welt-Tuberkulose-Tag. An diesem Datum soll auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden, die zu den meist verbreitetsten weltweit gehört und vor allem in ärmeren Ländern ein Gesundheitsproblem darstellt.

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