Leinenpflicht beachten

Babystube Wald: Jungtiere benötigen Ruhe

Waschbär

Das acht Wochen alte Waschbärenbaby braucht viel Ruhe, um ungestört aufzuwachsen. (Bild: Dmytro S.- gemeinfrei/Wikipedia)

Leinenpflicht schützt Wildtierbabys

Die Muttertiere suchen mit ihren Jungen besonders gerne im Dickicht der Wälder Schutz. In vielen Regionen Deutschlands herrscht daher zum Schutz der Jungtiere noch bis zum 15. Juli Leinenpflicht. Denn Hunde folgen stets ihrem natürlichen Jagdtrieb und sind nur schwer zurückzurufen, wenn sie bereits eine Fährte aufgenommen haben.

Echte Tierliebhaber sollten ihre Vierbeiner also besser schon vor dem Waldspaziergang anleinen. Weiterhin dürfen Wildtiere auf keinen Fall angefasst werden. Durch den menschlichen Geruch nehmen die Mütter oftmals ihre Kinder nicht mehr an und stellen die Versorgung des Jungtiers ein.

Rote Liste vergößert sich

Viele Tiere sind ohnehin durch den Eingriff des Menschen in die Natur bereits stark gefährdet. So kommt selbst der klassische Feldhase immer seltener in freier Wildbahn vor. Der Mangel an geeigneten Lebensräumen macht es dem bis zu 60 Zentimetern großen Säugetier unnötig schwer, denn es ernährt sich vor allem von Wildkräutern auf Äckern.

Gifte der Agrarlandschaft zur Vernichtung des für den Menschen unerwünschten Unkrauts zerstören jedoch seinen Lebensraum und die nötige Nahrung. Obwohl Hasen bis zu viermal im Jahr Junge bekommen, überlebt meist nur ein Bruchteil der Babytiere. Daher stehen Feldhasen schon jetzt auf der Merkliste für die Rote Liste, welche bereits 8.000 Tierarten beinhaltet.

Feldhase auf Wiese

Aufgrund der Agrarwirtschaft mangelt es dem heimischen Feldhasen an geeigneten Lebensräumen. (Bild: MOdmate- gemeinfrei/Wikipedia)

Verloren geglaubte Jungtiere

Besonders im Frühling können sich die Auffangstationen für Wildtiere kaum vor Neuankömmlingen retten. Manche Tiere können sich leider nicht auf ihre neue Umgebung einlassen oder sterben in Folge des Stresses. Um panische Hilfemaßnahmen zu vermeiden, sollten Tierliebhaber das betroffene Wildtier erst einige Zeit beobachten und ihm Zweifelsfall die Tiernothilfe rufen, um sich voererst beraten zu lassen.

Wichtig zu wissen ist, dass Mütter ihre Jungtiere oftmals nur zum Säugen aufsuchen und so scheinen Babytiere verloren zu sein, obwohl sie es eigentlich nur auf die Rückkehr ihrer Mutter warten. Das Motto für solche Situationen sollte also sein: Erst beobachten, dann handeln. Manchmal hilft das „Nichts-tun“ eben mehr als überstürzte Rettungsversuche.

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