Facebook verbietet Fantasienamen

Facebook-Prozess: Datenschützer scheiterten wiederholt

Datenschützer mit viel Engagement

Der Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert unterstützt Demonstrationen unter dem Motto „Freiheit statt Angst“. (Bild: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung- Wikipedia/CC BY 3.0)

Deutsches Recht ist ungültig

Datenschützer scheiterten wiederholt bei dem Gerichtsverfahren um den sogenannten Klarnamenstreit. Der Kieler Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert kämpft vergeblich um die legale Verwendung von Pseudonymen für Facebook-User. Bei Neuanmeldung verlangen die Betreiber des sozialen Netzwerks die korrekten Daten und den richtigen Namen des Nutzers. Bei Nichteinhaltung kann der jeweilige Benutzer von der Facebook-Verwaltung gelöscht werden.

Nach Auffassung des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) verstößt diese Forderung gegen das deutsche Daten- und Telemediengesetz. Die Richter des Oberverwaltungsgerichts Schleswig wiesen nun wiederholt die Klage ab. Die Begründung: Die Datenverwaltung von Facebook findet in Irland statt und unterliegt somit dem irischen Recht. Auch der deutsche Facebook-Ableger in Hamburg ändert nichts an dieser Tatsache, da dieser Unternehmensstandort sich ausschließlich mit Marketing und Anzeigenakquise beschäftigt.

Sicherheit für die Nutzer

In Irland existierten bisher noch keine Forderungen zur Verwendung von Pseudonymen im Internet und somit untersagt das irische Datenschutzrecht das Angeben von Fantasynamen bei der Neuanmeldung. Außerdem verteidigt Facebook seine Vorgehensweise vehement, denn die Entwickler des sozialen Netzwerks glauben, dass „die Verwendung der wahren Identität eine bestimmte Sicherheit mit sich bringt, und dass die Nutzer von dieser Sicherheit profitieren.“

Tipps zum Datenschutz:

  • Regelmäßige Überprüfung der Privatsphäre-Einstellungen
  • Kontaktinformationen privat halten
  • Sichtbarkeit von Fotoalben einschränken
  • Keine „unechten Freunde“ bestätigen

Zudem verhindert Facebook, sich der internen Suche nach Usern zu entziehen. Immer wieder wurden die Privatsphäre-Einstellungen erneuert, um angeblich mehr Kontrolle und mehr Transparenz zu bieten. Letztendlich wurde die Option, nicht mithilfe der internen Suche gefunden zu werden, entfernt. Wenn der jeweilige Benutzer gefunden wird, werden trotz strenger Datenschutzangaben immer noch das Foto, der Name und der Wohnort der Person angezeigt.

User werden gelöscht

Die Netzwerkverwalter sperren die Profile, sobald sie vermuten, dass der angegebene Name kein Klarname ist. Nach Angaben der Betreiber werden zur Feststellung dieses Tatbestands die bisherigen Freunde des Neuangemeldeten gebeten, Angaben zu dem wahren Namen des neuen Users zu geben.

Erst bei Vorlage einer Kopie des amtlichen Lichtbildausweises zur Identifizierung der Person, wird das Benutzerkonto wieder freigeschaltet. Fraglich ist jedoch, inwiefern Facebook die eine Milliarde Benutzer wirklich strukturiert und erfolgreich kontrollieren kann.

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