Leben ohne Brust

Brustkrebs-Vorsorge: Angelina Jolie wagt radikalen Schritt

Brustamputation Angelina Jolie

Angelina Jolie hat sich aus Vorsorge vor Brustkrebs beide Brüste abnehmen lassen. (Bild: Georges Biard/ Wikipedia CC BY-SA 3.0)

Erblich veranlagt

Die Mutter von Angelina Jolie litt bereits an Brustkrebs. Die US-amerikanische Schauspielerin gehört demnach zu den seltenen Fällen, bei denen eine erbliche Belastung für Brustkrebs vorliegt. Trägerinnen des mutierten Gens BRCA1 erkranken zu einer 65-prozentigen Wahrscheinlichkeit im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, Trägerinnen mit BRCA2 zu einer 45-prozentigen Wahrscheinlichkeit. Das Verbundprojekt der Deutschen Krebshilfe “Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“ empfiehlt Betroffenen neben einem Gentest auch eine tumorgenetische Beratung in einem Beratungszentrum.

Vorsorgliche Operation

Frauen mit einem erhöhten Krankheitsrisiko können sich auf Wunsch einer Brustamputation und (oder) einer Eierstockentfernung unterziehen. Durch die Entfernung der Eierstöcke wird beispielsweise die Östrogenproduktion unterbunden. Das Risiko einer Erkrankung kann damit bis zu 70 Prozent verringert werden. Bei Jolie hat die medizinische Behandlung drei Monate gedauert, die das Abnehmen der Brüste und den Brustaufbau mit Hilfe von Implantaten einschloss. Eine weitere Behandlungs- oder Therapieform für Frauen mit genetisch bedingten Brustkrebs gibt es bisher nicht. Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen können allerdings früher und auch häufiger in Anspruch genommen werden.

Keine genauen Ursachen für Brustkrebs

Was die genauen Ursachen von Brustkrebs sind, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Risikofaktoren, die neben der erblichen Veranlagung das Entstehen von Tumoren (Mammakarzinom) fördern, sind vor allem hormonelle Einflüsse. Auch ein ungesunder Lebensstil kann zur Förderung des Krebses beitragen. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, steigt ab dem 50. Lebensjahr. Frauen ab 30 wird geraten, sich einmal pro Jahr von einem Gynäkologen abtasten zu lassen und darüber hinaus eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust einmal im Monat vorzunehmen. Durch das Abtasten kann das Körperbewusstsein und das Gefühl für die eigene Brust verbessert werden. Darüber hinaus kann Ultraschall helfen, die Tumore früh genug zu erkennen.

Frühes Erkennen hilft

Je früher man ein Mammakarzinom erkennt, umso besser sind die Heilungschancen. Frauen zwischen 50 und 69 wird eine qualitätsgesicherte Röntgenuntersuchung der Brust (Mammaografie-Screening-Programm) alle zwei Jahre von den Krankenkassen angeboten. Dabei werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht, welche anschließend von zwei Spezialisten ausgewertet werden. Bei unklaren Befunden wird das Verfahren wiederholt, Ultraschall eingesetzt oder es folgt die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie).

Studien belegen, dass durch das Mammografie-Verfahren die Sterblichkeit an Brustkrebs gesenkt werden konnte. Wichtig ist, dass eine auffällige Mammografie nicht gleich Brustkrebs bedeutet. Folgeuntersuchungen können ergeben, dass die Befunde harmlos sind. Bei vielen der Veränderungen, die durch das Screening entdeckt werden, handelt es sich um Brustkrebs-Vorstufen. Diese können, müssen sich aber nicht zu Brustkrebs entwickeln. Da dafür keine sichere Vorhersage getroffen werden kann, werden auch alle Vorstufen operativ entfernt.

Brustkrebs therapieren

Eine Standardtherapie zur Brustkrebsbekämpfung gibt es nicht. Wird Brustkrebs im Frühstadium erkannt, wird die Heilung des Patienten angestrebt. Handelt es sich bereits um einen metastasierten Tumor, soll die Behandlung zur Lebensverlängerung führen, im Endstadium eine Linderung der Krankheitsbeschwerden erreichen.

Die körperliche, emotionale und psychosoziale Situation der Patienten steht dabei allerdings im Vordergrund. Da sich Brustkrebs schnell im Körper ausbreiten kann, wird er auch schon im frühen Stadium überwiegend mit Chemo- oder Hormontherapie behandelt. Oft wird eine Kombination aus Therapie und Operation benutzt, um Brustkrebs zu bekämpfen.

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