Blutsauger in Wäldern und Wiesen

Zeckenbisse: Gefahren und Hilfe

Impfung

Eine Impfung ist der beste Schutz (Bild: James Gathany – gemeinfrei/Wikipedia)

Zecken – gefährliche Blutsauger

Sie gehören zu den Spinnentieren und werden aktiv, sobald die Temperaturen im Frühling steigen. Im Unterholz haben sie ihre Nistplätze, warten jedoch meist in Farnen und im hohen Gras auf eine Gelegenheit, sich an einen Wirt zu heften. Vorbeistreifende Tiere und Menschen sind ihre Opfer. Nach dem Festsetzen saugen sie sich mit dem Blut ihres Wirts voll und können, wenn sie nicht entdeckt werden, bis zu einer Woche am Körper verbleiben.

Was gibt die Zecke an den Körper ab?
Flüssigkeiten beim Zeckenbiss Wirkungsweise
Gerinnungshemmer Soll Verklumpung des Blutes verhindern.
Natürlicher Klebstoff Hilft beim Verankern der Mundwerkzeuge in der Haut.
Betäubungsmittel Lässt die Haut an der Stelle unempfindlicher sein.
Entzündungshemmender Wirkstoff Verhindert/verlangsamt die körpereigene Abwehr.

 

Gefährliche Stoffe gelangen häufig erst nach einiger Zeit in den menschlichen Körper, da die Zecke während ihrer Mahlzeit unverdauliche Bestandteile an den Wirt zurückgibt. Dabei können auch Krankheitserreger von früheren Opfern mit abgegeben werden und den Menschen infizieren. Ein frühzeitiges Entfernen schützt in aller Regel vor Infektionen, Borreliose wird beispielsweise erst 8 bis 24 Stunden nach dem Einstich an den Wirtsorganismus übertragen.

Zecke

Eine vollgesogene Zecke in Großansicht (Bild: Richard Bartz/Wikipedia unter CC BY-SA 2.5)

Gefahren durch Krankheiten

Vor allem zwei mögliche Krankheiten sind bekannt und bergen Gefahren in sich. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist in der Tschechischen Republik, Osteuropa und in südlichen Teilen Deutschlands weit verbreitet. Der FSME-Virus wird durch den Zeckenstich oder verseuchte Milchprodukte übertragen. Nach einer Ansteckung kommt es zu grippeähnlichen Zuständen mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen.

Im schlimmsten Fall geht die Krankheit mit Bewusstseinstörungen, bis hin zu Lähmungen und Koma einher. Sie heilt jedoch meist ohne Folgeschäden aus, obwohl sie Monate andauern kann. Noch gravierender ist die sehr gefährliche Borreliose, auch als Rückfallfieber bezeichnet. Sie ist eine schwere Infektionskrankheit in verschiedenen Ausprägungen.

Die Symptome treten in den ersten 14 Tagen, meist nach etwa fünf Tagen auf. Es können alle Organe betroffen sein, Gewebe und Gelenke werden stark angegriffen und es kann zu Beschwerden im Brustkorb und zu Atemnot kommen. Übelkeit und extrem hohes Fieber sind typische Charakteristika der Krankheit. Unbehandelt verläuft die Krankheit in einem Fünftel der Fälle tödlich.

Schutz

Mit einer Impfung, vor allem in Risikogebieten, wählt man die sicherste Schutzvariante. Die Zahl der Zeckenstiche ging im Jahr 2012 zurück. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg ist das FSME-Virus weit verbreitet und ein Schutz besonders sinnvoll, da man den Virus medikamentös nicht besiegen kann. Behandlungsmethoden zielen derzeit nur auf die Symptome ab.

Im Garten und dem eigenen Grundstück können außerdem Zeckenrollen ausgelegt werden. Diese töten die Zecken ab und bieten vor allem Schutz für Kinder, die in ihrem Spieltrieb gern auch Sträucher und andere Risikogebiete in der Natur aufsuchen. Vor allem beim Nachwuchs sollte auf folgende Sicherheitsmaßnahmen geachtet werden.

Vorsichtsmaßnahmen

  1. Aufenthalt in hohem Gras und Unterholz vermeiden.
  2. In Wäldern etc. lange Hosen und Ärmel tragen.
  3. Insektenschutzmittel verwenden.
  4. Nach einem Aufenthalt in Gefahrenzonen sollte der Körper vorsichtshalber abgesucht werden.

Lebenszyklus der Zecke

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