Übernahme von Yahoo offiziell bestätigt

Tumblr – Der unbekannte Riese

Was ist Tumblr?

Tumblr verbreitet Einträge weltweit - und das in kurzer Zeit

Tumblr verbreitet Einträge weltweit – und das in kurzer Zeit (Bild: HaywireMedia / Fotolia)

Der Name Tumblr kommt vom englischen „to tumble“, was soviel wie „etwas durcheinanderbringen“ bedeutet. Die Blogging-Plattform erlaubt es Texte, Bilder, Videos, Musik, GIFs und Zitate unkompliziert über einen eigenen Blog zu veröffentlichen. Damit ist sie eine Blog-Variante zwischen Content-Management-Systemen wie WordPress und Mini-Blogs wie Twitter. Besonders die Funktion des Re-Bloggings ist für die rasend schnelle Verbreitung der Einträge verantwortlich. Dabei setzen Nutzer die Beiträge anderer Nutzer auf den eigenen Blog, wodurch sie von noch mehr Personen gesehen und wiederum gebloggt werden. Jeder weitere Re-Blog wirkt dabei als Multiplikator, was einen wahren Schneeball-Effekt auslöst.

Verletzungen gegen das Urheberecht gehören dabei zur Tagesordnung. Mit der Zeit hat sich die Tumblr-Community bei ungefragter Wiederverwendung von Bildern angewöhnt, den Urheber zu nennen und einen Link zum Original einzubinden. Ähnlich wie bei Twitter ist es möglich anderen Tumblrn zu „folgen“ und sie als Favoriten zu wählen. Das „Dashboard„ nimmt die Rolle der Pinnwand ein, auf der alle eigenen und von anderen geteilte Einträge angezeigt werden. Der bekannte Blogger Jason Kottke nannte Tumblr einen „schnellen und schmutzigen Bewusstseinsstrom“.

Die Geschichte von Tumblr

Die Microblog-Plattform wurde 2007 von dem damals erst 21-jährigen David Karp in den USA gegründet. Sein Ziel war es, ein „Durcheinandertagebuch“ zu schaffen, bei dem jeder, ohne großen Aufwand, Beiträge beliebiger Art bloggen und veröffentlichen kann. Das Besondere war, dass er dabei vollständig auf Werbeflächen und Pop-Ups verzichtete. 2010, drei Jahre nach der Gründung, waren bereits über 20 Millionen Benutzer angemeldet. Zwei Jahre später hatte sich die Zahl der Nutzer auf 73 Millionen fast vervierfacht. Heute zählt die Plattform über 100 Millionen User, die täglich über 80 Millionen Beiträge bloggen. Die Benutzer von Tumblr, welche im Durchschnitt zwischen 14 und 23 Jahre alt sind, haben mittlerweile über 50 Milliarden Einträge verfasst.

Wie profitiert Yahoo von der Übernahme?

Bereits Anfang Mai kamen die ersten Gerüchte über einen Verkauf der Plattform an den Internet-Riesen Yahoo auf. Am 20. Mai bestätigte Yahoo-Chefin Marissa Mayer die Übernahme für rund 1,1 Milliarden US-Dollar. Doch eine Frage bleibt: Was will Yahoo mit Tumblr? Trotz beeindruckender und ständig wachsender Benutzerzahlen bleibt es wenig profitabel. Im ersten Quartal des Jahres wurden nur 13 Millionen Dollar Umsatz gemacht, da der Gründer David Karp schon seit Beginn komplett auf klassische Werbeflächen verzichtet. Einzig sogenannte „Spotlight“-Angebote für Firmen und „Highlight“-Optionen für zahlungswillige Benutzer, sind möglich.

Und doch, Tumblr sprüht gerade so vor Erfolg. Täglich melden sich über 120.000 neue Menschen an, pro Sekunde werden über 900 neue Einträge gebloggt. Dahinter steht laut Experten das momentan weltweit größte Wachstumspotenzial eines Unternehmens. Yahoo spricht nach der Übernahme von einer Art „Verjüngungskur“ und hofft auf neue Zielgruppen im Webmarkt.

Skepsis der Nutzer ist groß

Die Angst der Tumblr-Nutzer ist nach der Übernahme von Yahoo groß. Sie befürchten, dass Freiheit und Ansehen der Plattform verloren gehen, wie es schon mit der Foto-Community Flickr passiert ist. Kurz nach Bekanntwerden der Übernahme wurde sogar eine Petition gestartet, die von mehreren Tausend Nutzern unterschrieben wurde – bisher ohne Erfolg. Die größte Sorge der User ist die Werbung und die härtere Durchsetzung der Urheberrechte. Nach vermehrten Drohungen eines Wechsels zu anderen Blogging-Plattformen, versprach Yahoo, dass es keine großen Änderungen vornimmt.

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