Jahrhundert Pegelstände

Hochwasser: Steigende Pegel bei Elbe, Donau und Oder

Weißeritzfluten 2002 (Bild: Conrad Nutschan/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0 )

Weißeritzfluten 2002 (Bild: Conrad Nutschan/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Jahrhunderthochwasser in Passau

Der Mai brachte der bayerischen Stadt Passau viel mehr Regen als zu dieser Zeit üblich. Die Dreiflüssestadt an Donau, Inn und Ilz wies Anfang Juni 2013 einen Wasserstand von 12 Metern an der Donau auf. Die Menschen, die an Hochwasser gewöhnt sind, haben Angst um ihre Existenz, da der Negativrekord von 1954 erreicht wurde und die Wassermassen kein Ende nehmen.

Die schlimmsten Befürchtungen gehen davon aus, dass das Hochwasser Ausmaße annehmen könnte, die zuletzt 1501 in Passau stattgefunden haben. Auch in anderen Regionen wie in Sachsen stehen die Pegel von Elbe, Mulde, Weißeritz und anderen Flüssen auf bedrohlichen Höchstständen. Den Bewohnern ist besonders das Jahrhunderthochwasser von 2002 noch gut in Erinnerung.

Vom Hochwasser zur Flutkatastrophe

Man spricht dann von Hochwasser, wenn der Durchschnittspegel eines Flusses für mehrere Tage überschritten wird. Das ist oftmals nur von geringem Umfang und kann sich nach 72 bis 96 Stunden wieder geben. Wenn ein andauernd höherer Wasserstand die Umgebung stark verändert und kleine Bäche sich füllen und eine wesentlich höhere Fließgeschwindigkeit erlangen, steigen die Gefahren.

Deiche werden bei längerer Beanspruchung langsam aufgeweicht. Wenn Dämme brechen und Häuser, Besitz und Gesundheit der Anwohner in Gefahr sind und Evakuierungen unausweichlich werden, spricht man von einer Flutkatastrophe. Solche hat es in der Vergangenheit der Bundesrepublik immer wieder gegeben. Mancherorts muss man sich daran gewöhnen, evakuiert zu werden.

 

Hochwasserunglücke der letzten 60 Jahre
Flutkatastrophe Jahr/Folgen
Sturmflut Hamburg/Elbe 1962 (340 Tote, viele Schäden)
Rheinhochwasser 1993 (500 Millionen Euro Schaden)
Oderhochwasser 1997 (114 Tote, viele Schäden)
Elbehochwasser/Donauhochwasser 2002 (15 Milliarden Euro Schaden)
Elbehochwasser/Donauhochwasser 2013 (mehrere Tote, große Schäden)

 

Ursachen des Hochwassers

Der Mai 2013 war viel zu nass, es gab überdurchschnittlich viel Regen. Normalerweise ist im Frühjahr zwischen März und April Tauwasser für höhere Pegelstände verantwortlich. Eine weitere Ursache, die über die Jahrhunderte vom Menschen verursacht worden ist, sind die Flussbegradigungen die heute zu unberechenbaren Konsequenzen führen können, wenn sich die Ströme ihre alten Verläufe zurückerobern.

Aktuell wird vor allem der Klimawandel herangezogen, wenn die Häufung der großen Überflutungen angesprochen wird. Die Prognosen besagen, dass auch in Deutschland die Gefahr ansteigt und sogenannte Jahrhundertfluten sich aller paar Jahre wiederholen könnten und zur lästigen Regelmäßigkeit werden.

Folgen des Unglücks

Die direkten Folgen der Überschwemmungen sind weitreichend. Als erstes wird die Schifffahrt eingestellt und auch in Bezug auf Bahn und Straße kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen bis hin zur völligen Lahmlegung der Infrastruktur. Schulen und öffentliche Gebäude werden geschlossen, weil sie entweder nicht mehr gefahrlos genutzt werden können oder an sichererem Standort zu Evakuierungszwecken umgerüstet werden müssen.

Die Überflutungen von Siedlungen, Dörfern und ganzen Städten bringen hohe Sachschäden mit sich und im schlimmsten Fall fordert solch eine Katastrophe Todesopfer. Natürlich entstehen auch Schäden in der Natur, die ökologischen Folgen werden meist erst viel später sichtbar. Eine direkte Folge für den Menschen sind Ernteausfälle. Im Fall von kleinen Siedlungen besteht außerdem die Gefahr, dass die Menschen abwandern, wenn ihr Heim und ihr Arbeitsort nahezu vernichtet wurden.

Chronik der Jahrhundertflut (Dresden)

Hochwasserschutz und konkrete Maßnahmen

Die klassische Hochwasserschutzmaßnahme ist der Dammbau, eine umfassende Verbesserung der Deichstruktur fand beispielsweise infolge der Elbeflut 2002 in Torgau und Umgebung statt. Bei einer akuten Gefahr dienen Stauwände, Sandsäcke und Pumpen als Abwehrmittel. Um solche Extremsituationen zu verhindern, werden Rückhaltebecken gebaut, die erhöhten Niederschlag bis zu einem gewissen Punkt kompensieren können.

Das THW beim Einsatz an der Elbe 2006 (Bild: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk - gemeinfrei/Wikipedia)

Das THW beim Einsatz an der Elbe 2006 (Bild: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk – gemeinfrei/Wikipedia)

Immer wichtiger wird die Rückbesinnung auf den natürlichen Flussverlauf. Buhnenbauwerke schwächen die Fluten ab, außerdem schafft man Raum für natürliche Überschwemmungsflächen, indem man Begradigungen rückgängig macht. Viele Bögen im Fluss vermindern die Fließgeschwindigkeit und lassen mehr Spielraum für Rettungsmaßnahmen. Solche müssen vor allem in Form von Evakuierungen stattfinden, wenn Gebäude oder ganze Stadtteile geräumt werden müssen.

Ein automatischer Pegelstand ermöglicht mittlerweile an allen Gefahrenstellen eine frühzeitige Erkennung, sodass Einsatzkräfte und Bevölkerung rechtzeitig alarmiert werden können.

In besonders schweren Fällen, wenn Katastrophenschutz, THW und Feuerwehr an ihre Grenzen geraten, kann auch die Bundeswehr angefordert werden, beispielsweise wenn Schwerkranke aus Krankenhäusern abtransportiert werden müssen.

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