Gefahr in Wald und Wiese

Zeckenbiss: Sofortige Behandlung hemmt Gefahr

Wenn die Bienen auf der Wiese summen und die Baumwipfel im Rhythmus des Sommerwindes wanken, ist auch die Zeit der Zecken gekommen. Die winzig-kleine Milbenart erlangte durch das Blutsaugen und die damit verbundene Verbreitung von Krankheiten unrühmliche Bekanntheit. Im hohen Gras der Wiesen und im moosbedeckten Boden der Wälder verstecken sich die Zecken und lauern auf potenzielle Nahrung: das Blut von Menschen und Tieren. Deshalb sollte in den Risikogebieten mit besonderer Vorsicht spaziert werden.

Eine Zecke nach dem Saugen

Eine Zeckenkopf mit gefülltem Körper. (Bild: Richard Bartz/Wikipedia unter CC BY-SA 2.5)

Kleine Blutsauger mit großer Wirkung

Hohe Temperaturen und eine übernormale Luftfeuchtigkeit optimieren die Suche nach einem Wirt, an den sich die Zecken heften. An dünnen Hautstellen krallt sich die Milbenart fest und bereitet den Zeckenbiss, der eigentlich ein Stich ist, vor. Kleine Schneidwerkzeuge am Kopf der Zecke ritzen die Haut im Anschluss an und der Parasit versenkt seinen Stachel. Ein zugeführtes Sekret verhindert die körpereigene Wundheilung und hemmt das Schmerzempfinden. Oftmals merkt man erst an den Symptomen eines Zeckenbisses, dass man gestochen wurde.

Die Symptome hängen auch davon ab, welche Krankheit übertragen wurde. Dabei gehen Forscher davon aus, dass jede 20. Zecke einen Erreger in sich trägt, der dem menschlichen Körper gefährlich wird. Am Häufigsten verbreitet sich der Erreger einer Borreliose über einen Zeckenbiss, speziell die Lyme-Borreliose. Die Infektionskrankheit befällt das Nervensystem und die Gelenke. Oftmals deuten die Symptome auf eine Grippe hin: Bei der Borreliose schmerzen Gelenke und Muskeln, man fühlt sich schwach. Wird die Krankheit nicht ausreichend behandelt, kann sich ein chronischer Schmerz entwickeln, der sich bis auf die Sinnesorgane legt.

Symptome einer Sommergrippe

Allerdings bewirkt nicht jeder Zeckenbiss in einem Risikogebiet direkt eine Erkrankung. Borreliose überträgt sich erst 8-24 Stunden nach einem Stich. Da die Erreger im Darm der Zecke liegen, benötigt die Zecke einige Zeit, bis die Krankheit während des Saugvorgangs an den Wirt gegeben wird.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Der Name Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kommt von der Taigazecke. Diese Zecke ist Ende Frühling und am Anfang des Sommers auf Nahrungssuche.

Eine weitere durch Zecken übertragene Erkrankung stellt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dar. Ähnlich wie bei der Borreliose durchläuft der Körper bei der FSME ein grippeähnliches Stadium. Unentdeckt kann die FSME eine Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns bedingen. Im weiteren Verlauf der Meningoenzephalitis treten Bewusstseinsstörungen auf, die im schlimmsten Fall in Lähmungen oder Koma enden. Deshalb raten Ärzte zu einer sofortigen Behandlung, die Bettruhe und das Verabreichen von Schmerzmitteln umfasst, um die FSME zu stoppen.

Zeckenbisse resultieren häufig in Symptomen, die auf eine Grippe hindeuten. Nicht nur bei der Frühsommer-Meningienzephalitis (FSME) und der Borreliose äußerst sich die Erkrankung auf diese Art, sondern auch beim Q-Fieber. Q-Fieber betrifft in erster Linie Kühe und Rinder. Sollte eine Zecke jedoch zuerst ein erkranktes Tier und danach einen Menschen befallen, betrifft die Erkrankung auch den humanen Organismus. Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Schüttelfrost befallen den Patienten. Durch Antibiotika lässt sich der Erreger eindämmen und beseitigen.

Ein Warnschild im Wald

Viele Waldgebiete warnen bereits vor Zecken. (Bild: gemeinfrei – Matthias Apsel/Wikipedia)

Infektion mit Antibiotika bekämpfen

Zwar gibt auch die Naturheilkunde an, mit pflanzlichen Mitteln gegen die Erkrankungen durch einen Zeckenbiss vorgehen zu können, doch garantierte Abhilfe schaffen nur schulmedizinische Medikamente. Die Naturheilkunde schwört bei Borreliose auf Energieresonanz-Therapien, eine spezielle Form der Magnetfeldtherapie. Deren Wirkung ist jedoch umstritten.

Es zeigt sich, dass nicht aus jedem Zeckenbiss einer Erkrankung wie Borreliose oder Q-Fieber resultiert. Doch auch der Befall einer Zecke ohne Krankheitserreger ist schmerzhaft. Deshalb sollte man nach jedem Waldspaziergang ein Auge auf empfindliche Stellen werfen. Dazu gehören in erster Linie die Achseln, Kniekehlen, die Leiste und der Bauchnabel. Die dünne Haut an diesen Körperteilen macht es den Zecken einfach, ihren Stachel einzusetzen.

Kommt es zum Zeckenbiss, lassen sich die Blutsauger mit speziellen Pinzetten und Zangen entfernen. Diese erhält man in jeder Apotheke und in vielen Drogerien. Hat man kein Hilfsmittel zur Hand, genügt das Abkratzen der Zecke. Der Stachel lässt sich nachträglich von einem Mediziner entfernen. Sobald grippeähnliche Symptome nach einem Wald- oder Wiesenspaziergang auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Schutz vor der häufig auftretenden FSME bietet eine Impfung. Diese als Zeckenimpfung bekannte Behandlung dauert ein Jahr. In dieser Zeit bekommt man drei Teilimpfungen verabreicht. Drei Jahre nach der Grundimmunisierung sollte man die Zeckenimpfung auffrischen lassen. Ein Ausbrechen der FSME lässt sich dadurch proaktiv verhindern.

Werkzeuge zur Entfernung von Zecken

  • Zeckenkarten
  • Zeckenhaken
  • Kreuzknoten
  • Pinzetten

Damit sich gerade Kinder und ältere Menschen vor Zecken schützen können, empfiehlt sich geschlossene Kleidung bei Wald- und Wiesenspaziergängen. Wanderschuhe, geschlossene Hosen und ein langärmliges Hemd versprechen optimalen Schutz gegen Zeckenbisse. So kann man das Summen der Bienen und das Wanken der Baumwipfel im Sommer ohne Gefahr genießen.

Optionen

Drucken Drucken Schriftgröße Schrift vergrößern Schrift verkleinern Schriftgröße zurücksetzen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (noch nicht bewertet)
Loading...

Kommentar abgeben