Schutz vor Spionage

„Cryptopartys“ – Verschlüsseln will gelernt sein

Großes Interesse nach dem NSA-Skandal

Cryptopartys

Ein Flyer, der zur Ausrichtung einer „Cryptoparty“ aufruft. (Bild: Wikipedia/CryptoParty unter CC BY-SA 3.0)

Oftmals junge Menschen versammeln sich in Seminarräumen, Cafés und Bars oder treffen sich in Parks zu einer „Cryptoparty“. Sie alle haben ihre Notebooks im Gepäck und folgen dem Vortrag ausgewiesener Computerexperten, Hobby-Hacker oder Datenschützer, denen an der Weitergabe grundlegender Kenntnisse zum Schutz der eigenen Privatsphäre im Netz gelegen ist. Was sie eint, ist der Wunsch, persönliche Daten vor dem ungewollten Zugriff von Unternehmen und Geheimdiensten zu sichern und die Übermittlung von Nachrichten sowie das Surfen im Internet möglichst anonym zu gestalten.

Seit der Enthüllung des Überwachungsskandals durch die US-amerikanische „National Security Agency“ (kurz: „NSA“), beschäftigen sich auch Computernutzer, die bis vor Kurzem noch arglos durch das Internet surften, mit Verschlüsselungsfragen. „Cryptopartys“ vermitteln das entsprechende Know-How zur Verschlüsselung der persönlichen Dokumente und des täglichen Datenverkehrs.

Verschlüsseln will gelernt sein

„Cryptopartys“ erläutern die Nutzung verschiedener Programme

  • „TOR“ – Client zum anonymen Surfen im Netz
  • „PGP“ – Pogramm zur Verschlüsselung von Dokumenten und E-Mails
  • „OTR“ („Off-the-Record Messaging“) – Programme zur Verschlüsselung von Instant-Messaging-Nachrichten
  • „TrueCrypt“ – Programm zur partiellen oder vollständigen Verschlüsselung von Daten (auch Festplatten)
  • etc.

„Cryptopartys“ folgen einem einfachen Prinzip, das im August 2012 in Australien seine Premiere fand. Einige wenige Experten – Computerspezialisten etwa oder Hobby-Tüftler, die sich seit Jahren mit Kryptografie und digitaler Verschlüsselung beschäftigen – stellen ihre Kenntnisse kostenlos in einem Workshop zur Verfügung. Sie erklären dabei grundlegende Verhaltensregeln im Internet, die zu einem anonymen Surfverhalten beitragen sollen und erläutern außerdem die Funktionsweise gängiger Programme, mit denen die Verschlüsselung von E-Mails und persönlichen Dokumenten gelingt. Zu diesen „Partys“ ist jeder Interessierte eingeladen. In zahlreichen Städten weltweit fanden derartige Workshops bereits statt.

Themen der „Cryptopartys“ sind dabei vor allem die Einführung in oft komplizierte Programme. In das Verschlüsselungsprogramm „PGP“ etwa („Pretty-Good-Privacy“, zu deutsch: „ziemliche gute Privatsphäre“), mit dem sich E-Mail Nachrichten so absichern lassen, dass tatsächlich nur Sender und Empfänger in der Lage sind, das Geschriebene zu lesen.

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„Cryptopartys“ sollen die Verwendung von Sicherheitssoftware einfacher machen. (Bild: strixcode – Fotolia)

Dafür sorgt ein System mit zwei verschiedenen Schlüsseln, ein öffentlicher Schlüssel, mit dem Daten verschlüsselt und ein privater Schlüssel, mit dem diese Daten wieder entschlüsselt werden können und über den nur der Empfänger verfügt.

Auch die Nutzung des „TOR“-Clients wird vielfach erläutert, mit dem das Surfen im Internet anonymisiert werden kann. Das Prinzip hinter diesem Programm ist die Einwahl eines Nutzers über das TOR-Netzwerk selbst, welches durch den Umweg über mehrere sichere Server eine anonyme Verbindung zu Inhalten des Internets herstellen kann. Zwar ist eine derartige Verbindung mit Geschwindigkeitseinbußen verknüpft, anonymer wird das eigene Surfverhalten aber durchaus.

Weltweite „Cryptopartys“

Vorreiterländer für derartige Partys sind Australien, die USA, aber auch Deutschland. Allein im Juli 2013 finden in vielen deutschen Städten (darunter Berlin, München, Frankfurt a. M., Köln und Weimar) „Cryptopartys“ statt.

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